Bürgermeister-Stichwahlen im Landkreis DachauEin Titelverteidiger und drei Neue

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Christian Bieberle (CSU) ist neuer Bürgermeister von Karlsfeld.
Christian Bieberle (CSU) ist neuer Bürgermeister von Karlsfeld. Niels P. Jørgensen

Der Bürgermeister von Altomünster bleibt im Amt. In Bergkirchen und Röhrmoos endet die Ära der CSU. In Karlsfeld können die Christsozialen dagegen jubeln.

Von Gregor Schiegl und Alexandra Vettori, Altomünster/Bergkirchen/Karlsfeld/Röhrmoos

Das Karlsfelder Rathaus wird auch in Zukunft von der CSU regiert. In der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters setzte sich Christian Bieberle klar gegen seinen Grünen-Mitbewerber Michael Fritsch durch. Der 51-Jährige bekam 56,8 Prozent der Stimmen. Michael Fritsch, den eine Allianz aus Grünen, SPD und Bündnis für Karlsfeld im Wahlkampf unterstützt hatte, erhielt 43,2 Prozent. Damit legte der Kandidat sogar noch stärker zu als Fritsch, der ihn in die Stichwahl gezwungen hatte.

„Ich freue mich riesig über das Vertrauen“, sagte Bieberle nach Auszählung der Stimmen. Er freue sich auf die Zusammenarbeit im neuen Gemeinderat mit allen Fraktionen. Wichtige Entscheidung seien dort immer mit großer Mehrheit getroffen worden. Das wolle er so beibehalten. „Ich bin nicht der Bürgermeister der CSU, sondern der Bürgermeister von Karlsfeld“, stellte Bieberle klar, der seine Rolle als die eines „Brückenbauers“ beschreibt.

Der Grüne Fritsch war angetreten, die Vormachtstellung der CSU in Karlsfeld nach 18 Jahren zu brechen und einen Politikwechsel im Rathaus herbeizuführen. Das hat nicht geklappt. Dennoch zeigte er sich mit seinem Abschneiden sehr zufrieden. „Man muss ja auch sehen, wo wir herkamen.“ Die Grünen gibt es erst seit zwei Wahlperioden im Gemeinderat. Sein starkes Abschneiden sei etwas, mit dem sich auch die CSU auseinandersetzen müsse. Ob er noch einmal antreten werde, ließ er offen.

Große Bestürzung löste die Wahlbeteiligung aus, die mit 44,1 Prozent noch einmal deutlich geringer ausgefallen war als in der ersten Wahlrunde.

Bergkirchen

Dagmar Wagner ist neue Bürgermeisterin von Bergkirchen
Dagmar Wagner ist neue Bürgermeisterin von Bergkirchen Wagner

Der Landkreis Dachau hat nach Jahrzehnten wieder eine Erste Bürgermeisterin. Dagmar Wagner hat die Stichwahl in Bergkirchen klar mit 53,4 Prozent gewonnen. CSU-Kandidat Georg Oßwald kam auf 46,6 Prozent.

Die 55-jährige Wagner trat für die Wählergemeinschaft Eisolzried-Lauterbach-Kreuzholzhausen für das Bürgermeisteramt an, im Dachauer Kreistag sitzt sie für die Freien Wähler. Schon im ersten Wahlgang am 8. März lag sie bei vier Kandidierenden mit einer hauchdünnen Mehrheit von 46,8 Prozent vor Georg Oßwald, auf den 45,7 Prozent der Stimmen entfielen.

Das Rathaus ist für Dagmar Wagner kein Neuland. Sie ist seit 2020 Zweite Bürgermeisterin von Bergkirchen und hat den bisherigen Amtsinhaber Robert Axtner (CSU) mehrmals krankheitsbedingt vertreten.

Dagmar Wagner ist Diplom-Agraringenieurin, 55 Jahre alt, seit vier Jahren verwitwet und hat zwei Kinder im Teenageralter. Die Familie lebt im Ortsteil Kreuzholzhausen. Seit zwei Jahren ist sie Büroleiterin des Landtagsabgeordneten Johann Groß (FW).

Altomünster

Michael Reiter (Freie Wählergemeinschaft) wird in der Stichwahl im als Bürgermeister von Altomünster bestätigt.
Michael Reiter (Freie Wählergemeinschaft) wird in der Stichwahl im als Bürgermeister von Altomünster bestätigt. privat

Lange hat Amtsinhaber Michael Reiter (Freie Wählergemeinschaft) bangen müssen, lange lag sein Kontrahent vorne. Erst als am Sonntag nur noch fünf Wahllokale fehlten, war klar: Reiter liegt vorne und bleibt Bürgermeister von Altomünster. Mit 52 Prozent der Stimmen hat der 53-Jährige die Stichwahl gewonnen, vor seinem Herausforderer von der CSU, Gerhard Hufnagl, der auf 48 Prozent kam.

Angesichts dessen, dass Hufnagl als politischer Neuling und als Nichtmitglied für die CSU kandidiert hatte, dürfte der Nervenkitzel bei der Stichwahl doch etwas unerwartet gekommen sein.

Immerhin war Michael Reiter bereits im ersten Wahlgang mit 41,9 Prozent vorne gelegen, vor Gerhard Hufnagl mit 31,9 und Tanja Lademann von Team Zukunft Altomünster mit 26,2 Prozent.

Dennoch sind die 52 Prozent, mit denen er jetzt im Amt bestätigt wurde, für Reiter eine Steigerung. Als er 2020 ebenfalls in der Stichwahl ins Amt gewählt wurde, waren es nur  50,8 Prozent.

Röhrmoos

Georg Niederschweiberer hat das Bürgermeisteramt von Röhrmoos für die Freien Wähler gewonnen.
Georg Niederschweiberer hat das Bürgermeisteramt von Röhrmoos für die Freien Wähler gewonnen. G. Niederschweiberer

In Röhrmoos endet die Ära der CSU-Bürgermeister. Der neue heißt Georg Niederschweiberer und kommt von den Freien Wählern. Mit 59,5 Prozent lag der 49-Jährige bei der Stichwahl deutlich vor Johanna Baumann von der CSU. Auf die 30-Jährige entfielen 40,5 Prozent der Stimmen.

Niederschweiberer hatte schon vor der Stichwahl einen politischen Richtungswechsel im bis dahin CSU-dominierten Röhrmoos ausgemacht. Er sitzt seit 2020 im Röhrmooser Gemeinderat, wo die Freien Wähler ebenfalls zwei Sitze dazugewonnen und künftig sieben Sitze haben, ebenso wie die CSU, die zwei verlor.

Für den Maschinenbau-Ingenieur und Vater von zwei Kindern dürfte auch sein engagierter Haustür-Wahlkampf gesprochen haben. Dazu war er mit einer selbst gezimmerten Holzbank in den Ortsteilen unterwegs und lud zu einem Ratsch ein.

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