Landratswahlen im Landkreis DachauStefan Löwl bleibt Landrat

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Der Wahlsieger und CSU-Amtsihaber Stefan Löwl (links) würdigte am Wahlabend auch den „fairen Wahlkampf“ seines Grünen-Herausforders Alexander Heisler, der bei der Stichwahl 41,2 Prozent der Stimmen holte.
Der Wahlsieger und CSU-Amtsihaber Stefan Löwl (links) würdigte am Wahlabend auch den „fairen Wahlkampf“ seines Grünen-Herausforders Alexander Heisler, der bei der Stichwahl 41,2 Prozent der Stimmen holte. Niels P. Jørgensen
  • Stefan Löwl (CSU) bleibt Landrat des Landkreises Dachau und setzt sich in der Stichwahl mit 58,8 Prozent gegen Alexander Heisler (Grüne) durch.
  • Heisler erreicht mit 41,2 Prozent einen Achtungserfolg gegen den Amtsinhaber bei einer Wahlbeteiligung von nur 47,9 Prozent.
  • Löwl kündigte für seine dritte Amtszeit Schwerpunkte bei Bildungseinrichtungen, Digitalisierung der Verwaltung und den Abbau von rund 60 Stellen an.
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In der Stichwahl kann sich der CSU-Amtsinhaber mit 58,8 Prozent der Stimmen im Landkreis Dachau durchsetzen. Der Grüne Alexander Heisler erreicht einen Achtungserfolg.

Von Jessica Schober, Dachau

Stefan Löwl (CSU) bleibt Landrat des Landkreises Dachau. Der 52-Jährige setzte sich am Sonntagabend in der Stichwahl gegen Alexander Heisler (Grüne) mit 58,8 Prozent der Stimmen durch. Heisler erreichte 41,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag im Landkreis nur bei 47,9 Prozent.

Damit verteidigt Löwl das Amt, das er seit 2014 innehat – es ist seine nunmehr dritte Amtszeit. Löwl war in den vergangenen Jahren vor allem in der Rolle als Krisenmanager gefragt: 2015 beim Aufbau von Unterkünften für Geflüchtete, 2020 in der Corona-Pandemie. Löwl betonte im Wahlkampf, er wolle den Landkreis weiter stabil durch unsichere Zeiten führen. Über seinen Sieg freute er sich sichtlich am Sonntagabend im Landratsamt.

„Den Wahlkampf habe ich als sehr fair erlebt“, sagte Löwl, der auch die Glückwünsche seines Herausforderers entgegennahm. An ihren Wahlkampfständen hätten sich beide Kontrahenten gegenseitig Besuche abgestattet. „Er hat bei mir eine Breze gekriegt, ich habe bei ihm einen Keks bekommen“, sagte Löwl. Mit Ausblick auf seine dritte Amtszeit führte er fort: „Die großen Themen in der Zukunft werden die Bildungseinrichtungen im Landkreises sein, wie etwa die Greta-Fischer-Schuler und der musische Zweig des Gymnasiums in Markt Indersdorf. Es wird auch viel um Digitalisierung und Automatisierung der Verwaltung, um zunehmende Krisenvorsorge und die Kommunalfinanzen gehen.“

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Die höchste Zustimmung erhielt Löwl in Pfaffenhofen an der Glonn mit 73,3 Prozent, die geringste in Petershausen, der Heimatgemeinde seines Herausforderers Heisler, der hier 52,5 Prozent der Stimmen holte. „Darauf bin ich stolz“, sagte Heisler, der in Petershausen aufgewachsen ist und dort im Gemeinderat sitzt. „Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich landkreisweit über 40 Prozent gegen einen Amtsinhaber in der Stichwahl hole, hätte ich das nicht geglaubt. Ich bin jetzt hier kein Unbekannter mehr, ich bin jung und ich habe noch viel vor“, sagte Heisler, der sich ebenso über den Sieg des Grünen Oberbürgermeisterkandidaten Dominik Krause in München freute.

Im ersten Wahlgang der Kommunalwahl am 8. März hatte Löwl mit 46,6 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit verfehlt. Damit musste er zum zweiten Mal in seiner politischen Laufbahn in eine Stichwahl um das Landratsamt. Heisler erzielte im ersten Wahlgang 16 Prozent der Stimmen, er übertrumpfte den Freie-Wähler-Kandidaten Reinhard Schmutz knapp um rund 50 Stimmen. Zum Vergleich: Bei der Landratswahl 2020 hatte Löwl im ersten Wahlgang 55,3 Prozent erreicht.

Den Wahlkampf hatten zwei Dauerprobleme dominiert: die prekäre Finanzlage im Landkreis und der Pflegenotstand am Helios Amper-Klinikum. Löwl verwies mehrfach auf Sparzwänge im Kreishaushalt und kündigte an, in den kommenden Jahren Synergien in der Verwaltung zu schaffen, um rund 60 Stellen einzusparen.

Heisler, 31 Jahre alt, Ingenieur für erneuerbare Energien, der im Büro eines Grünen-Landtagsabgeordneten arbeitet, stellte Löwls Sparkurs infrage. Er forderte eine verlässlichere Finanzierung der Kommunen durch den Freistaat und forderte den Ausbau des ÖPNVs und eine Priorisierung des Klimaschutzes. Auch forderte er den Amtsinhaber auf, sich stärker im Aufsichtsrat der Helios Amper-Kliniken für eine Verbesserung des Pflegenotstands einzusetzen.

Im neuen Kreistag wird Löwls Stimme als Landrat seiner CSU-Fraktion eine verhältnismäßig komfortable Lage verschaffen. Er kann dort auf ein „breites Arbeitsbündnis auf der Sachebene“ hoffen, wie er es vorher angekündigt hatte. Seine Fraktion wird im Kreisausschuss sechs Sitze stellen; Grüne, SPD, Freie Wähler und AfD jeweils zwei. Damit kann sich Löwl künftig für Mehrheiten auf wechselnde Partner stützen – etwa auf SPD oder Freie Wähler. Löwl bekräftigte, er wolle mit allen demokratischen Fraktionen im Gespräch bleiben. Zugleich kündigte er an, sich der AfD im Gremium entschieden entgegenzustellen. Deren Zahl an Mandaten hat sich im neuen Kreistag verdoppelt.

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