Bürgermeisterwahlen in Dachau und KarlsfeldFlorian Hartmann gewinnt, in Karlsfeld gibt es ein Stechen

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Der wiedergewählte Amtsinhaber Florian Hartmann lässt sich bei der SPD-Wahlparty im Café Zaunkönig von den Genossen feiern.
Der wiedergewählte Amtsinhaber Florian Hartmann lässt sich bei der SPD-Wahlparty im Café Zaunkönig von den Genossen feiern. Niels P. Jørgensen
  • SPD-Oberbürgermeister Florian Hartmann gewinnt die Wahl in Dachau mit 56,8 Prozent der Stimmen und bleibt für weitere sechs Jahre im Amt.
  • Hartmanns Zustimmungswerte sind im Vergleich zu 2020 um knapp 20 Prozentpunkte von 76 auf 56,8 Prozent gesunken.
  • In Karlsfeld kommt es am 22. März zur Stichwahl zwischen CSU-Kandidat Christian Bieberle (47,6 Prozent) und Michael Fritsch von SPD/Grünen (30,7 Prozent).
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SPD-Mann Florian Hartmann kann sein Amt verteidigen. Trotz deutlicher Verluste erreicht er die absolute Mehrheit der Stimmen. In Karlsfeld ist eine Stichwahl notwendig.

Von Gregor Schiegl und Jessica Schober, Dachau/Karlsfeld

Bei der Kommunalwahl ist der Dachauer SPD-Oberbürgermeister Florian Hartmann im Amt bestätigt worden. In Karlsfeld, der zweitgrößten Kommune des Landkreises, kommt es zu einer Stichwahl am 22. März.

Florian Hartmann hat die Oberbürgermeisterwahl in Dachau klar gewonnen. Der 39-jährige SPD-Politiker setzte sich am Sonntagabend mit 56,8 Prozent der Stimmen gegen sechs Mitbewerber durch und wird für weitere sechs Jahre die Geschicke der Großen Kreisstadt lenken. Es ist seine dritte Amtszeit – öfter wurde bisher nur Lorenz Reitmeier als Dachauer Oberbürgermeister wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,3 Prozent und damit knapp fünf Prozentpunkte höher als bei der Vorgängerwahl.

„Ich bin genauso demütig wie am ersten Tag“

Als das vorläufige Endergebnis am Wahlabend gegen 21 Uhr feststeht, bricht unter Hartmanns Anhängern im Café Zaunkönig unweit des Rathauses Jubel aus. Der Sozialdemokrat kann die absolute Mehrheit verteidigen und liegt deutlich vor seinem CSU-Herausforderer Christian Hartmann, der 28,3 Prozent der Stimmen erreicht. „Ich freue mich darüber und danke den Dachauerinnen und Dachauern für ihr Vertrauen. Das fühlt sich gut an“, sagt Florian Hartmann. „Aber ich bin genauso demütig wie am ersten Tag, als ich in dieses Amt gekommen bin, dem man mit einem gewissen Respekt entgegentreten muss.“

2020 hatte Florian Hartmann noch mit 76 Prozent der Stimmen triumphiert – seine Zustimmungswerte sind also um knapp 20 Prozentpunkte gesunken. Hartmann führt das darauf zurück, dass er dieses Mal mehr Mitbewerber gehabt habe und einige Wähler ihn wohl als Bürgermeister dafür abstrafen wollten, dass der Neubau des Hallenbads sich verzögert habe.

Zusammenarbeit mit im Stadtrat ist „belastet“

Anders als 2020 hatten auch die Grünen mit Martin Modlinger einen eigenen Kandiaten aufgestellt, der mit 5,1 Prozent der Stimmen weit abgeschlagen auf dem dritten Platz landete.  Im Wahlkampf hatten Hartmanns Herausforderer bei lokalen Themen wie der Belebung der Altstadt oder der Wirtschaftsförderung kaum neue Impulse gesetzt. CSU-Kandidat Christian Hartmann schlug vor, die Wirtschaftsförderung direkt dem Rathauschef zu unterstellen. Markus Erhorn von den Freien Wählern forderte gebetsmühlenartig mehr Parkplätze in der Dachauer Altstadt – ein Projekt, das er auch mit AfD-Stimmen durchsetzen wollte, wie er sagte. Die Wählerinnen und Wähler gaben ihm 4,3 Prozent der Stimmen.

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Der Amtsinhaber verfehlt im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Er duelliert sich nun mit dem Kreisvorsitzenden der Grünen, der das Rennen um den zweiten Platz knapp für sich entscheiden konnte.

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Noch am Wahlabend gratulierte Christian Hartmann dem Gewinner Florian Hartmann und sagte: „Er hat souverän gewonnen, weil er eine gute Arbeit gemacht hat – das muss man neidlos anerkennen.“ Gleichzeitig hätten die Christsozialen „gut zugelegt im Vergleich zur vergangenen Wahl.“ Den Wahlkampf hat Sieger Florian Hartmann nicht immer als fair erlebt. Die Wahlkampfstrategie seines Namensvetters Christian Hartmann habe „unter die Gürtellinie gezielt“ - insbesondere über einen Vergleich mit einer Datingplattform habe er sich geärgert. Der frisch gewählte Oberbürgermeister sieht dadurch sogar die künftige Zusammenarbeit mit Christian Hartmann als „belastet“ an.

In Karlsfeld kommt es zur Stichwahl

Im zweiten und entscheidenden Wahlgang in Karlsfeld tritt Michael Fritsch von SPD und Grünen (links) gegen  Christian Bieberle (Mitte) von der CSU an. Der Drittplatzierte, Klaus Schwingeler vom Bündnis für Karlsfeld, ruft zur Unterstützung von Fritsch auf.
Im zweiten und entscheidenden Wahlgang in Karlsfeld tritt Michael Fritsch von SPD und Grünen (links) gegen  Christian Bieberle (Mitte) von der CSU an. Der Drittplatzierte, Klaus Schwingeler vom Bündnis für Karlsfeld, ruft zur Unterstützung von Fritsch auf. Niels P. Jørgensen

Die Entscheidung der Bürgermeisterwahl in Karlsfeld steht unterdessen noch aus. CSU-Kandidat Christian Bieberle hat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Er holte 47,6 Prozent der Stimmen. Der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen Michael Fritsch kam auf 30,7 Prozent der Stimmen, Klaus Schwingeler vom Bündnis für Karlsfeld auf 21,7 Prozent. Wer den seit 18 Jahren amtierenden Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) im Rathaus ablösen wird, entscheidet sich damit erst in der Stichwahl am 22. März zwischen Bieberle und Fritsch. Einen klaren Favoriten gibt es nicht.

18 Jahre lang hatte Stefan Kolbe das Rathaus in Karlsfeld regiert - als erster CSU-Bürgermeister. Bieberle war angetreten, dessen Kurs fortzusetzen. Dass es im ersten Wahlgang nicht geklappt hat, nimmt er gelassen. „Damit hatte ich schon gerechnet“, sagte der 51-Jährige. „Wir haben drei gute Kandidaten.“ Bis zur Stichwahl wolle er sich weiter auf seine Stärken konzentrieren und versuchen, noch mehr Wähler zu gewinnen. Das bedeute auch, Wähler aus dem Lager vom Bündnis für sich zu überzeugen, „Ein Strategiewechsel ist nicht geplant“, sagte er.

Sein Gegenkandidat Michael Fritsch hatte es als sein „Minimalziel“ ausgegeben, den CSU-Kandidaten in die Stichwahl zu zwingen. Fritsch hatte bereits eine Flasche Champagner besorgt - allerdings nicht für sich, sondern für die Wahlhelfer. „Die leisten heute Abend wirklich harte Arbeit.“ Die letzten Briefwahlunterlagen waren um 19.22 Uhr ausgezählt. Damit war klar: Es kommt zum Duell Fritsch gegen Bieberle. „Das wird extrem spannend werden“, sagt der Grüne. Auch der CSU-Kandidat geht davon aus, dass es knapp werden könnte.

Das liegt auch am Drittplatzierten, Klaus Schwingeler, dem Drittplatzierten vom Bündnis für Karlsfeld. „Michael Fritsch und ich sind für den Wechsel angetreten.“ Mit seinem Ergebnis zeigte sich der Quereinsteiger, der noch nicht ein politisches Amt innehatte, durchaus zufrieden. „Es ist erstaunlich, wie viele Menschen man im direkten Gespräch in sechs Monaten überzeugen kann.“ Im nächsten Wahlgang laute die klare Wahlempfehlung seiner politischen Gruppierung und ihm daher, sein Kreuzchen bei Michael Fritsch zu machen. Nun komme es darauf an, die eigenen Anhänger in ausreichender Zahl zu mobilisieren.

Allerdings hat fast jeder zweite Stimmberechtigte in Karlsfeld nicht gewählt. Mit einer Wahlbeteiligung von 51,5 Prozent lag sie nur 1,5 Prozentpunkte höher als bei der Bürgermeisterwahl 2020.

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