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Scherbenhaufen:Überrascht und verwundert

Freie Wähler Röhrmoos bedauern den Rücktritt von Michael Wockenfuß als Ortsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat

Der Rücktritt von Michael Wockenfuß als Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Röhrmoos hat die Wählergruppierung überrascht und verwundert. In einer Presseerklärung stellen die Freien Wähler klar, dass es zwischen Vorstands- oder Gemeinderatsmitgliedern und Michael Wockenfuß keinen Streit über das politische Vorgehen gegeben habe. Die Freien Wähler bedauern den Rückzug von Michael Wockenfuß. Nichtsdestotrotz, so Schriftführer Günter Bakomenko in der Presseerklärung, seien alle Mitglieder fest entschlossen, einen guten und sachlichen Wahlkampf zu führen. Denn auch im neuen Gemeinderat solle wieder eine große Meinungsvielfalt vertreten sein.

Michael Wockenfuß fordert von der Fraktion mehr Opposition.

(Foto: Toni Heigl)

Wockenfuß hat aber offenbar den Eindruck gewonnen, dass die Freien Wähler im Röhrmooser Gemeinderat ihre Meinung nicht stark genug vertreten. Der ehemalige Ortsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat hätte sich ein politisch härteres Vorgehen gegen Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) gewünscht. Die Freien Wähler im Gemeinderat scheuen seiner Ansicht nach den Streit mit dem Amtsinhaber. Der 54-jährige Wockenfuß war erst im Februar dieses Jahres zum Vorsitzenden der Freien Wähler Röhrmoos gewählt worden. In der Versammlung hatte er selbstbewusst auch seinen Hut als Bürgermeisterkandidat in den Ring geworfen. Mitte Februar besuchte Wockenfuß als Zuschauer die Haushaltssitzung des Gemeinderats. Dabei stieß ihm die aus seiner Sicht unkritische Haltung von Fraktionschef Stefan Lorenz sauer auf. Während auf der Mitgliederversammlung noch ein schärferer Ton gegenüber Kugler angeschlagen worden sei, habe Lorenz im Gemeinderat den neuen Haushalt und die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und dem Kämmerer gelobt. "Da war sie gleich wieder hin, die laute Opposition", so Wockenfuß. Doch nicht nur die Unstimmigkeiten mit der Fraktion haben ihn zum Rückzug vom Ortsvorsitz und der Bürgermeisterkandidatur bewogen. Wockenfuß stellt zudem fest, dass der Zeitaufwand für diese Aufgaben mit seinem Job und anderen Aktivitäten unvereinbar sei. Um einen Amtsinhaber zu verdrängen, müsse man als Herausforderer eine hohe Schlagzahl haben.

Beerdigung

Günter Bakomenko sitzt für die Freien Wähler im Röhrmooser Gemeinderat.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Wockenfuß habe wohl kalte Füße bekommen und nicht überrissen, wie groß diese Aufgaben sind, heißt es aus der Fraktion. Laut Presseerklärung der Freien Wähler erklärte Wockenfuß zunächst nur seinen Rücktritt von der Bürgermeisterkandidatur, nicht aber vom Ortsvorsitz. Meinungsverschiedenheiten mit der Gemeinderatsfraktion seien dabei nicht zur Sprache gekommen. Als Vorsitzender habe er bis zur Mitgliederversammlung im Oktober im Amt bleiben wollen. Ohne weitere Rücksprache mit dem Vorstand habe Wockenfuß dann am 11. Juli seinen Rücktritt erklärt. In den nächsten Wochen wollen die Freien Wähler einen neuen Vorsitzenden wählen. Einen neuen Bürgermeisterkandidaten zu finden, wird laut Günter Bakomenko schwierig werden.