Kommunalwahl in Röhrmoos Streit bei den Freien Wählern

Michael Wockenfuß zieht seine Kandidatur zurück.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Michael Wockenfuß will doch nicht Bürgermeister in Röhrmoos werden

Von Thomas Radlmaier, Röhrmoos

Ein Streit zwischen dem designierten Bürgermeisterkandidaten Michael Wockenfuß und der Fraktion im Gemeinderat hat den Röhrmooser Ortsverein der Freien Wähler (FW) in eine Krise gestürzt: Wockenfuß hat seine Kandidatur überraschend zurückgezogen und den Rücktritt als FW-Ortsvorsitzender erklärt. Als Grund nannte er einerseits, dass der zeitliche Aufwand unvereinbar mit seinem Job und anderen Aktivitäten sei. Andererseits räumt er ein, dass es zwischen ihm und der Gemeinderatsfraktion nicht gestimmt hat. Er hätte sich ein politisch härteres Vorgehen gegen Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) gewünscht. Intern würden die FW zwar gerne streiten, so Wockenfuß, dafür würden sie aber den Streit mit dem Amtsinhaber scheuen. "Das fühlt sich immer sehr nach homöopathischer Opposition an."

Die Mitglieder der FW wählten den 54-Jährigen, der den Kulturkreis anführt, erst im Februar zu ihrem neuen Vorsitzenden. Auf der Versammlung warf Wockenfuß in einem bemerkenswert selbstbewussten Auftritt seinen Hut als Bürgermeisterkandidat in den Ring und erklärte: "Wir wollen die stärkste Fraktion und den Bürgermeister stellen." Fünf Monate später ist das Geschichte. Nur wenige Wochen nach der Versammlung begannen der neue Vorsitzende und die Fraktion, sich voneinander zu entfremden. Wockenfuß besuchte Mitte Februar als Zuschauer die Haushaltssitzung des Gemeinderates und wunderte sich anschließend über die unkritische Haltung insbesondere des Fraktionschefs Stefan Lorenz. Jetzt legt Wockenfuß nach: Während damals bei der Mitgliederversammlung noch "ein stärkerer Ton" gegenüber Kugler angeschlagen worden sei, sagt er, "kamen dann aus Lorenz Munde lobende Worte zum neuen Haushalt und der Zusammenarbeit mit Kugler beziehungsweise dem Kämmerer. Da war sie gleich wieder hin, die laute Opposition."

Wolfgang Götz tritt noch einmal für die SPD an.

(Foto: SPD Röhrmoos)

Aus der Fraktion werden nun kritische Stimmen laut. Wockenfuß habe "kalte Füße" gekriegt und nicht überrissen, "was das für eine Mordsaufgabe ist", sagt Otto Dörr, der meint, es wäre besser gewesen, wenn Wockenfuß nicht zugleich den Ortsvorsitz und die Kandidatur auf sich genommnen hätte. Günter Bakomenko sitzt sowohl in der Fraktion als auch im Vorstand der FW. Er sei überrascht gewesen von Wockenfuß' Rückzug, sagt er. Die Fraktion hätte natürlich andere Standpunkte als Kugler. Aber: "Man sollte sich mit der Sache auseinandersetzen." Bakomenko kündigt an, dass die FW in den nächsten Wochen einen neuen Vorsitzenden wählen werden. Ob es auch einen neuen Bürgermeisterkandidaten geben wird? "Das ist schwierig. Wir müssen abwarten."

Unterdessen hat der Vorstand der SPD Röhrmoos ihren Kandidaten präsentiert: Fraktionssprecher Wolfgang Götz stellt sich für eine erneute Kandidatur zur Verfügung.

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