Kommunalwahl 2020 Der Herausforderer

"Ich habe eine Idee für die Zukunft und möchte sie umsetzen", sagt Peter Strauch, der für die CSU Oberbürgermeister in Dachau werden will.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Dachauer CSU schickt den 45-jährigen Peter Strauch ins Rennen, um OB Florian Hartmann (SPD) den Chefsessel im Rathaus streitig zu machen.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Peter Strauch soll für die CSU bei der Kommunalwahl 2020 das Oberbürgermeisteramt in Dachau zurückerobern. Die Fraktion und der Ortsvorstand haben den 45-Jährigen, der seit 2012 im Stadtrat sitzt und seit 17 Jahren CSU-Mitglied ist, bei einer Zusammenkunft am Montagabend einstimmig als Kandidaten vorgeschlagen. Die offizielle Nominierung soll im April bei einer Mitgliederversammlung erfolgen. Dann muss sich Strauch der Wahl der Dachauer CSU-Basis stellen. Der gebürtige Dachauer und zweimalige Familienvater machte bei seiner Vorstellung eine erste Kampfansage an den amtierenden SPD-Oberbürgermeister Florian Hartmann. Strauch sagte, für ihn sei Wahlkampf ein Wettstreit von Ideen. "Und wir haben gute Chancen, diesen Wettstreit zu gewinnen."

Die CSU-Spitze hat lange ein Geheimnis darum gemacht, wen sie nach dem Debakel von 2014, als die Dachauer den damaligen Amtsinhaber Peter Bürgel abwählten, sechs Jahre später ins Rennen um das Oberbürgermeisteramt schicken will. Auch innerhalb der Partei wussten offenbar nur wenige Bescheid. Eine dreiköpfige "Kandidatenfindungskommission" - in Person des Ortsvorsitzenden Tobias Stephan, des Fraktionschefs Florian Schiller und der dritten Bürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky - hat über Monate hinweg nach Bewerbern gesucht. "Wir sind der festen Überzeugung, dass wir den richtigen gefunden haben", so Stephan.

Vorstellung in der Kegelbahn

In der Kegelbahn des ASV präsentieren die drei am Montagabend ihren Kandidaten zuerst den Mitgliedern der Fraktion und des Ortsvorstandes. Und nach der Pressekonferenz will man schließlich ein paar Kugeln über die Bahn schieben, um gemeinsam das Jahr ausklingen zu lassen. In dem Kellerraum weist ein Schild, das an der Decke hängt, auf eine sportliche Wichtigkeit hin: "Zu jeder Kegelbahn gehören drei Lochkugeln und eine Vollkugel." Das passt irgendwie ganz gut zum Findungsprozess des Kandidaten, doch welches Bild von diesem Abend hängen bleiben soll, will die CSU schon selbst bestimmen. Und darum spricht Stephan von einem "Zeichen der Professionalität", weil der Name Strauch nicht nach draußen gedrungen sei, und anschließend von einem "Zeichen der Geschlossenheit", weil Fraktion und Vorstand sich einstimmig für den Kandidaten Strauch ausgesprochen haben. Schiller meint, dass diese Einigkeit viele dem Ortsverband nicht zugetraut hätten. "Die CSU ist wieder da, und wir sind hoch motiviert."

Nach diesen einleitenden Worten tritt Strauch ans Rednerpult und stellt sich vor. Er arbeitet in leitender Position im Marketing der Post. Er hat Betriebswirtschaftslehre studiert und einige Jahre in Bonn gelebt. In letzter Zeit hat er ein weiteres Studium absolviert ("Ich muss nur noch die Masterarbeit abgegeben"). Er ist Mitglied in beiden Dachauer Sportvereinen und der Feuerwehr. Stephan nennt ihn einen "modernen CSUler, wie er im Bilderbuch steht".

Lehren aus der Wahlniederlage von 2014

Strauch hat zwei Söhne im Schulalter. Als man ihm das Angebot machte, habe er intensiv mit seiner Familie darüber diskutiert, erzählt er. Zu seiner Entscheidung, kandidieren zu wollen, sagt seine Frau Sonja: "Es macht ihm Spaß - und dann muss man ihn unterstützen."

Strauch hat die Wahlniederlage vor sechs Jahren als damaliger Ortsvorsitzender mitgetragen. Er zog damals die Konsequenzen und machte den Weg für einen neuen Vorstand frei. In der CSU-Fraktion ist er aktuell deren Sprecher im Umwelt- und Verkehrsausschuss. An diesem Abend in der Kegelbahn skizziert er dementsprechend seine Themen, auf die er im Wahlkampf setzen möchte. An vordererste Stelle: Verkehrspolitik. Strauch will zusätzliche Angebote schaffen, damit die Menschen auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen. Gleichzeitig sei es keine Lösung, "das Auto zu verteufeln". Strauch nennt sich selbst einen "Verfechter der Nordostumfahrung", die er als "einen wichtigen Baustein" sieht, um den Verkehr zu entlasten. Daneben wolle er "unkompliziert Sportstätten schaffen" und die Stadt zu einem "umweltfreundlichen Wirtschaftsstandort" machen. "Ich will ein Dachau, das grün ist und wo die Dachauer arbeiten können." Zudem möchte er an die Erinnerungspolitik von Peter Bürgel anknüpfen und "diese weiterentwickeln". Strauch setzte auch erste Spitzen gegen Hartmann. Der OB und er seien in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung. "Ich habe eine Idee für die Zukunft und möchte sie umsetzen."

Die CSU will "den Finger in die Wunde legen"

Fraktionschef Schiller verspricht, dass die CSU im Stadtrat in der Zeit bis zur Kommunalwahl konstruktiv mitarbeiten werde. "Wir wollen aber auch den Finger in die Wunde legen." Strauch werde eine "wiedererstarkte Fraktion" an seiner Seite haben. Zudem plane die CSU, "eine starke Stadtratsliste" mit gestanden Persönlichkeiten aufzustellen.

In der Kegelbahn des ASV kommt die CSU an diesem Abend übrigens nicht ganz ohne eine Metapher aus dem Sport aus. Stephan sagt: "Wir spielen nicht auf Platz. Wir spielen auf Sieg."

Süddeutsche Zeitung Dachau Jetzt muss der Kandidat punkten
Kommentar

Jetzt muss der Kandidat punkten

Um ein ernst zu nehmender Konkurrent für Amtsinhaber Florian Hartmann (SPD) zu werden, muss Peter Strauch (CSU) politisch an Gewicht zulegen.  Von Thomas Radlmaier