Kommunalwahlen im Landkreis DachauFünf Herausforderer für Landrat Stefan Löwl – Alle Kandidaten im Überblick

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Wer hat hier künftig das Sagen? Im Sitzungssaal des Landratsamtes tagen der Kreistag und seine Ausschüsse. Sitzungsleiter ist der Landrat.
Wer hat hier künftig das Sagen? Im Sitzungssaal des Landratsamtes tagen der Kreistag und seine Ausschüsse. Sitzungsleiter ist der Landrat. Toni Heigl

Stefan Löwl (CSU) ist seit zwölf Jahren Landrat in Dachau. Bei der Kommunalwahl will er seinen Posten erneut verteidigen. Dafür muss er sich gegen fünf weitere Kandidaten durchsetzen. Eine Übersicht.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Vier Männer und eine Frau fordern bei der Landratswahl im Landkreis Dachau am 8. März Amtsinhaber Stefan Löwl (CSU) heraus, der wieder antritt. 2020 erreichte Löwl im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, obwohl sechs Gegenkandidaten angetreten waren. Ob ihn dieses Mal ein Herausforderer/eine Herausforderin in die Stichwahl zwingen kann? So oder so dürften es alle Landratskandidaten zumindest in den Kreistag schaffen, sie belegen die Topplätze auf den Listen ihrer Parteien. Bislang dominieren im Wahlkampf zwei Themen: die angespannte Finanzsituation in den Kommunen und im Landkreis und der Pflegenotstand im Dachauer Krankenhaus.

Stefan Löwl, CSU

Stefan Löwl strebt seine dritte Amtszeit als Dachauer Landrat an.
Stefan Löwl strebt seine dritte Amtszeit als Dachauer Landrat an. Niels P. Jørgensen

Sollte der 52-jährige Stefan Löwl seinen Posten als Landrat verteidigen, würde er in die dritte Amtszeit gehen. Seit 2014 war der Karlsfelder immer wieder als Krisenmanager gefragt: Als 2015 viele Geflüchtete im Landkreis ankamen, musste er schnell Unterkünfte akquirieren. Zeitgleich mit seiner Wiederwahl 2020 legte das Coronavirus das öffentliche Leben lahm. Löwl findet, dass der Landkreis dennoch in den vergangenen Jahren viel erreicht habe, sagte er kürzlich. Dass die Dachauer Christsozialen mit Löwls Arbeit zufrieden sind, zeigte sich an seiner frühen Nominierung: Bereits im Mai vergangenen Jahres wurde Löwl erneut zum Landratskandidat gekürt. Er selbst sagt: „Gestalten macht mir Spaß.“

Reinhard Schmutz, Freie Wähler

Reinhard Schmutz ist seit einem Jahr bei den Freien Wählern tätig und schon Landratskandidat.
Reinhard Schmutz ist seit einem Jahr bei den Freien Wählern tätig und schon Landratskandidat. Reinhard Schmutz

Reinhard Schmutz ist ein kommunalpolitischer Neuling: Seit einem Jahr ist der 60-Jährige aus Fränking in der Gemeinde Weichs bei den Freien Wählern aktiv. Der Unternehmer mit Auslandserfahrung war mal zwei Perioden lang als ehrenamtlicher Richter beim Sozial- und Jugendgericht tätig. Er sieht eine gesellschaftliche Polarisierung, die ihm Sorgen bereitet. Er will sich dafür einsetzen, „dass Wirtschaft und Soziales wieder zusammenkommen“, sagte er bei einer Podiumsdiskussion. Wäre er Landrat, würde er einen „Innovationsmanager“ einstellen, der in anderen Landkreisen nach „zukunftsträchtigen Projekten“ suchen solle, die dann auch in Dachau umgesetzt werden könnten.

Alexander Heisler, Bündnis 90/Die Grünen

Alexander Heisler ist Vorsitzender der Grünen im Landkreis Dachau.
Alexander Heisler ist Vorsitzender der Grünen im Landkreis Dachau. Niels P. Jørgensen

Alexander Heisler ist mit 31 Jahren der zweitjüngste Bewerber um den Posten des Dachauer Landrats. Trotzdem hat der Ingenieur für erneuerbare Energien schon einiges an politischer Erfahrung auf verschiedenen Ebenen gesammelt: Er ist Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat Petershausen, wo er auch lebt. Außerdem führt er zusammen mit Karin Beittel den Dachauer Kreisverband der Partei an und arbeitet als Referent des Landtagsabgeordneten Andreas Birzele. Wichtig ist ihm neben den Ausbau des Klimaschutzes und sozialer Gerechtigkeit vor allem, die Kommunen finanziell wieder solide aufzustellen. Auch macht sich Heisler regelmäßig dafür stark, das Tierheim Dachau mit mehr Geld auszustatten.

Hubert Böck, SPD

SPD-Kreisrat Hubert Böck kandidiert zum zweiten Mal als Landrat.
SPD-Kreisrat Hubert Böck kandidiert zum zweiten Mal als Landrat. Niels P. Jørgensen

Hubert Böck ist der erfahrenste unter Löwls Herausforderern, wenn es um Wahlkampf geht: Der 60-Jährige hat 2020 schon als Landrat kandidiert, 2023 trat er als Direktkandidat bei der Landtagswahl an – einmal erhielt er 11,3 Prozent und einmal 8,8 Prozent der Stimmen. Trotz dieser Ergebnisse will es Böck, der auch im Kreistag sitzt, wieder versuchen. Er lebt in Indersdorf, dort ist er Mitglied des Marktgemeinderates und Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes. Böck ist gelernter Notfallsanitäter und leitet seit Jahren den BRK-Rettungsdienst in Freising. Dementsprechend will er eine „gute Gesundheitsversorgung“ erhalten. Zuletzt kritisierte er in einem offenen Brief die Zustände im Dachauer Krankenhaus.

Sebastian Leiß, Freie Wähler Dachau

Sebastian Leiß ist seit 2014 für die Freien Wähler Dachau im Kreistag.
Sebastian Leiß ist seit 2014 für die Freien Wähler Dachau im Kreistag. Niels P. Jørgensen

Auch für Sebastian Leiß ist es die zweite Runde. Wie Böck wollte er vor sechs Jahren schon einmal den Posten des Landrats erobern, gereicht hat es am Ende für 4,1 Prozent der Stimmen. Politisch aktiv ist der 36-jährige Betriebswirt aus Dachau schon seit seiner Schulzeit. 2014 schaffte er es für die Freien Wähler Dachau – nicht zu verwechseln mit den Freien Wählern – in den Kreistag und wurde 2020 wiedergewählt. Seine Agenda ähnelt der vor sechs Jahren und ist letztlich das, was Leiß vehement im Kreistag vertritt: eine effizientere und bürgernahe Verwaltung, lieber den Busverkehr ausbauen statt Planungsgelder für Radschnellwege, Seilbahnen oder Trambahnlinien verschwenden.

Michail Alexiou, Die Linke

Michail Alexiou von den Linken will mit ihrer Kandidatur ein Zeichen für die Jugend im Landkreis setzen.
Michail Alexiou von den Linken will mit ihrer Kandidatur ein Zeichen für die Jugend im Landkreis setzen. Blaire Kühnel

Michail Alexiou ist mit Abstand die jüngste Kandidatin bei der Landratswahl: Die 18-jährige Griechin, die sich selbst als queere Person bezeichnet, ist als jugendpolitische Sprecherin Teil des Vorstands der bayerischen Linken; 2024 trat sie in die Partei ein. Kurz vor Weihnachten hat sie das Gymnasium abgebrochen, um sich besser für ein Gesangsstudium vorbereiten zu können. Mit ihrer Kandidatur will die Dachauerin ein Zeichen dafür setzen, dass die Jugend die Zukunft des Landes sei, wie sie sagte. Der Landkreis trage Verantwortung dafür, „dass Jugendliche einen Ort haben, an dem sie sich am kulturellen und politischen Geschehen beteiligen und sich natürlich auch ein Leben leisten können“.

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