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Kommunalwahl in Karlsfeld:Rathauschef Kolbe setzt sich durch

Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) will für die Verkehrssituation an der Grenze zu Allach ein Gesamtkonzept.

(Foto: Toni Heigl)

Karlsfeld galt als rote Hochburg - bis Stefan Kolbe 2008 als erster CSU-Bürgermeister ins Rathaus einzog. Das Amt hat er nun zum zweiten Mal souverän verteidigt. Nicht mal einer Stichwahl muss er sich stellen

Von Christiane Bracht, Karlsfeld

Stefan Kolbe ist der strahlende Sieger des Abends. Er wird im Mai seine dritte Amtszeit als Bürgermeister antreten. 54,3 Prozent der Karlsfelder haben ihn gewählt. Damit ist aus der einstigen SPD-Hochburg zum dritten Mal in Folge ein schwarzes Rathaus geworden. "Ich freue mich sehr, dass ich das Vertrauen wieder bekommen habe", sagt Kolbe. Natürlich habe er insgeheim auch darauf gehofft. Zwar habe es keine Zeichen für einen großen Umbruch gegeben, aber angesichts der momentanen politischen Lage sei der Sieg kein Selbstläufer gewesen. Kolbes Gegenkandidaten konnten lediglich einen Achtungserfolg erringen. Beide sind enttäuscht, dass es nicht einmal zu einer Stichwahl gekommen ist.

Bernhard Goodwin konnte 24,1 Prozent der Wähler von sich überzeugen. "Ich bin traurig, ich hätte schon gerne gewonnen", sagt er. Auch wenn er wusste, dass die Ausgangslage nicht ideal war. Er war der Unbekannte, der aus München kam. "Wir haben uns sehr angestrengt und reingehängt", sagt er enttäuscht. "Ich hätte mir eine klare Gegenüberstellung der Kandidaten gewünscht." Aber eine Podiumsdiskussion gab es in Karlsfeld nicht. Goodwin ist überzeugt, dass mit einer solchen Gegenüberstellung eine Stichwahl möglich gewesen wäre. "Es fehlten nur etwa 400 Stimmen", sagt er. Ein Parteifreund tröstet ihn: "Ein Viertel der Stimmen für die SPD zu holen, ist im Jahr 2020 ein enormer Erfolg." Doch Goodwin sagt nur: "Glücklich ist was anderes."

Birgit Piroué vom Bündnis für Karslfeld hatte sich ebenfalls deutlich mehr erhofft. "Ich war zu optimistisch", sagt sie. Mit 21,6 Prozent der Stimmen ist sie auf Platz drei. "Ich habe ein besseres Ergebnis als Mechthild Hofner vor sechs Jahren", sagt sie, aber die Enttäuschung ist nicht zu überhören. "SPD und CSU sind große Parteien, wir sind ganz klein. Die großen haben einfach mehr Rückenwind." Aber Piroué hat sich fest vorgenommen, sich nicht unterkriegen zu lassen. "Wir haben gekämpft und wissen jetzt, was die Bürger sich wünschen. Das wollen wir nach der Wahl umsetzen", versichert Piroué. "Wir werden weiterhin eine Opposition sein. Ich habe die Hoffnung, dass auch die SPD künftig mehr Opposition zeigt."

Goodwin und Piroué gratulieren Kolbe als erste. Die Runde, die sich am Sonntagabend im Rathaus gefunden hat, ist sehr klein. Das Coronavirus hat wohl viele davon abgehalten, die Hochrechnungen auf der Leinwand im Foyer zu verfolgen. Anfangs sitzen die beiden Bürgermeisterkandidaten allein da, später kommen noch zwei Gemeinderäte und ein paar Familienmitglieder. Der Bürgermeister zeigt sich erst, als alle Wahllokale bis auf eins ausgezählt sind. Er ist entspannt. Der Sieg ist ihm bereits sicher. Vor sechs Jahren hatte Kolbe noch 56,18 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können. Dieses Mal sind es etwas weniger. "Die Rahmenbedingungen sind anders", erklärt er. Dieses Mal sind es andere Gegenkandidaten. Jeder hat seine Themen. Kolbe bedankt sich noch für den fairen Wahlkampf.

Gefeiert wird an diesem Abend nur in kleiner Runde. Ein paar Parteifreunde sitzen zusammen, stoßen an. In Zeiten von Corona sind alle Wahlpartys abgesagt. Die Gemeinderatsergebnisse lassen noch etwas länger auf sich warten. Die Spannung bleibt.

© SZ vom 16.03.2020
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