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Kommunalwahl 2020:Die CSU will Schwabhausen erobern

Nominierung

Florian Scherf ist Sprecher der CSU-Fraktion.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Florian Scherf, Verwaltungsangestellter der Stadt Dachau, will Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde werden

Die Kommunalwahl im März dürfte spannend werden in Schwabhausen: Drei Kandidaten bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters. Für den amtierenden Gemeindechef Josef Baumgartner (FW) kommt aus Altersgründen eine Kandidatur nicht mehr in Frage, statt dessen gibt es drei potenzielle Nachfolger: Thomas Hack von der UBV, Wolfgang Hörl vom Bürgerblock Arnbach und den Freien Wählern Schwabhausen und jetzt auch Florian Scherf von der CSU. Scherf wurde am Donnerstag im Gasthof Zur Post nahezu einstimmig mit nur einer Enthaltung von 29 anwesenden Mitgliedern nominiert. Einen anderen Kandidaten gab es nicht.

Überraschend kam die Nominierung von Scherf nicht. Seit 2014 gehört der gebürtige Aschaffenburger dem Gemeinderat in Schwabhausen an und ist Sprecher der CSU-Fraktion. Von 2013 bis 2015 war er Vorsitzender des CSU-Ortsverbands. Im Gemeinderat, wo er dem Finanz- und dem Sozialausschuss sowie dem Rechnungsprüfungsausschuss angehört, fiel er durch zahlreiche Anträge zu unterschiedlichen Themen auf. Florian Scherf ist verheiratet und hat drei Kinder; 2002 zog die Familie nach Schwabhausen. Als Verwaltungsfachmann ist Scherf bei der Stadt Dachau als Leiter der Abteilung Grundstücks- und Gebäudemanagement tätig. Zudem ist er Vorsitzender des Fördervereins der Montessori-Schule in Dachau.

Scherf verspricht eine "solide Finanzpolitik" und betont, wie wichtig ihm der soziale Bereich sei. Er wolle insbesondere auch für die da sein, "die man sonst nicht so gut sieht" in der Gesellschaft. Anders als diejenigen, die ihm im Rat "gegenübersitzen" - Vertreter von Bürgerblock Arnbach und Freien Wählern also - habe für ihn das Ehrenamt hohe Prioriät. Aktiv werden will Scherf auch in Sachen Wohnungsbau: Schwabhausen sei zwar der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises beigetreten - dann aber sei nichts weiter geschehen. Durch seine berufliche Erfahrung bringe er entsprechende Qualifikationen im finanziellen wie im Bausektor mit.

Natürlich hofft man bei der Kreis-CSU, nach Josef Baumgartner, einem Mann der Freien Wähler, wieder einen Bürgermeister aus den eigenen Reihen in Schwabhausen zu bekommen. Entsprechend waren auch Sätze wie der von Bernhard Seidenath, dem Kreisvorsitzenden und Stimmkreisabgeordneten im Landtag, zu verstehen, der davon sprach, dass "die letzten fünf Jahre nicht die stärksten und besten" der Gemeinde gewesen seien. Zwar seien "keine großen Fehler gemacht worden"; jetzt aber gehe es darum, einen aktiven, jungen Mann zu wählen, "der Schwabhausen in eine gute Zukunft führt".

Was den Blick auf die große Politik angeht, so ist die Stimmung in der CSU offensichtlich wenig optimistisch. Dies ging aus Seidenaths Redebeiträgen ebenso hervor wie aus dem ein oder anderen Satz von Landrat Stefan Löwl. Der betonte zwar, dass die CSU nach wie vor eine breit aufgestellte Volkspartei sei; ein Wahlergebnis von "50 Prozent plus" werde aber wohl eher "schwierig werden". Versöhnliche Töne wurden bei der Ehrung langjähriger Mitglieder angeschlagen, die für Seidenath eine "Herzensangelegenheit" ist. Auch Landrat Löwl sieht in der Arbeit der Ortsverbände mit ihren Mitgliedern die Basis politischer Arbeit überhaupt. Insgesamt zehn Leute, manche von ihnen in Abwesenheit, wurden heuer ausgezeichnet, darunter Erwin Hauke und Stilla Roth, die seit 45 Jahren Mitglied der CSU sind, sowie Rosina Göttler und Werner Knopf, beide seit 40 Jahren im Ortsverein.

Der Bürgerblock Arnbach (BBA) will am Donnerstag, 25. Juli, seinen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Schwabhausen nominieren. Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr im Sportheim Arnbach. Sie werden voraussichtlich Wolfgang Hörl nominieren, der zugleich für die Freien Wähler antritt. Der 49-Jährige ist bereits zweiter Bürgermeister. Er arbeitet bei einer Bank. Der 36-jährige Thomas Hack hatte im Mai seine Kandidatur für Unabhängige Bürgervereinigung bekannt gegeben. Er ist in der Gemeinde auch durch Vereinsarbeit verwurzelt.