Kommentar Unternehmer der guten Sache

Weil der Staat Inklusion zwar fordert, aber selbst kaum etwas dafür tut, sind Stiftungen wie die Franz- und Rosa-Eben-Stiftung unerlässlich für die Gesellschaft

Von Wolfgang Eitler

Die Gründung der Franz-und Rosa-Eben-Stiftung in Petershausen fällt in eine Zeit, in der solche gemeinnützigen Einrichtungen in die Krise geraten sind. Denn die meisten können sich nur dann für die Gesellschaft engagieren, wenn die Erträge aus dem Vermögen es zulassen. Aber wegen der internationalen Zinspolitik erwirtschaften Stiftungen zurzeit kaum Gewinne. Kürzlich meldete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers, dass viele vermutlich aufgelöst werden müssten. Mit Sorge muss man deshalb beobachten, wie es beispielsweise mit Bürgerstiftungen auch im Landkreis Dachau weitergeht.

Die Eben-Stiftung, aber auch die ebenfalls erst kürzlich gegründete Viktoria-von-Butler-Stiftung in Schönbrunn lassen sich damit nicht vergleichen. Denn sie dienen dazu, die Existenz der mit ihnen verbundenen Unternehmungen langfristig zu sichern. Im Schönbrunner Fall ist das die Arbeit zugunsten von geistig behinderten Menschen und damit des größten Arbeitgebers im Landkreis Dachau mit 1600 Angestellten.

Das Unternehmen Eben-Elektronik in Petershausen wiederum findet in der Stiftung den nötigen Rückhalt, um auf dem internationalen Markt bestehen zu können. Der jeweilige Zuschuss für karitative Projekte hängt nicht von den Zinsen auf Vermögenswerte ab, sondern von den Erträgen des Unternehmens. Die scheinen langfristig gesichert zu sein, weil das Unternehmen lukrative Nischen besetzt. Außerdem ist die Stiftung so konstruiert, dass die Zukunft des Unternehmens an erster Stelle steht.

Solche Unterstützer benötigen gerade Institutionen, die sich um behinderte Menschen kümmern. Denn der Staat fordert von ihnen zwar den Einstieg in die Inklusion, ist aber zurzeit nicht bereit, sich selbst auf dieses Ziel gesetzlich und damit finanziell verbindlich festlegen zu lassen. Das Ziel der Inklusion allerdings, die umfassende Teilhabe von Behinderten an der Gesellschaft, gilt als unstrittig. Damit keine Billig-Not-Modelle entstehen, sind solche Initiativen wie jetzt im Dachau unerlässlich und die einzige wirkliche Chance.