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TSV-Aussiedlung:Endlich Klarheit

Den Weg, den Oberbürgermeister Florian Hartmann jetzt dem TSV 1865 aufgezeigt hat, ist der einzige, der im Sinne der ganzen Stadt ist. Er bindet die notwendige Umsiedlung des Sportvereins in die städteplanerische Entwicklung Dachaus ein.

Die teilweise Aussiedlung des TSV ist eine gute Nachricht. Auch wenn der Verein weiterhin misstrauisch und skeptisch bleibt und die Dankbarkeit des TSV-Vorsitzenden Wolfgang Moll etwas gequält klingt. Alle Dachauer, die nicht Mitglied im TSV sind, können in jedem Fall über die Entwicklung erleichtert sein. Im Sportverein setzt sich diese Erkenntnis hoffentlich noch durch. Natürlich wäre es für jeden Dachauer noch besser, der Verein könnte nun endlich und sofort aussiedeln und neu bauen. Je länger es dauert, desto teurer wird es, und jeder Dachauer wird mit seinen Steuern daran mit bezahlen.

Dass Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) versichert, er wolle die Kosten für den Steuerzahler so gering wie möglich halten, ist ein ebenso gutes Zeichen wie jenes, dass er dem Verein deutlich weniger eng verbunden ist als sein Vorgänger. Während dem Verein in 15 Jahren seine Grundstücksgeschäfte nicht gelungen sind, hat es die Stadt unter Hartmann nun in weniger als zwei Jahren geschafft, einen akzeptablen Weg einzuschlagen und vor allem: Endlich Klarheit zu schaffen. Keine Mauscheleien um Grundstücke mehr, sondern deutliche Ansagen. In den vergangenen Jahren konnte leicht der Eindruck entstehen, es gehe nur um die vorteilhafteste Verteilung höchst wertvoller Grundstücke. Nun ist klar: Dem Oberbürgermeister und offenbar großen Teilen des Stadtrats geht es um eine vernünftige und zukunftsträchtige Stadtentwicklung. Zugleich behält er die Kosten im Auge.

Noch herrscht allerdings erhebliches Misstrauen zwischen Stadt und Verein, wie auf der Stadtratssitzung überdeutlich wurde. Der Verein beharrt auf einer Grunddienstbarkeit auf den Flächen in Dachau Ost, die er als Sicherheit betrachtet. Die Stadt besteht darauf, diese zu löschen, weil sie in einigen Jahren uneingeschränkt Zugriff auf diese ihre eigenen Grundstücke haben möchte. Mit ihnen soll die Aussiedlung des TSV finanziert werden. Demnächst aber wird die Stadt nochmals mindestens 200 000 Euro in die Spielfelder in Dachau Ost investieren. Das sollte Sicherheit genug sein, sagte ein Stadtrat am Dienstag in Richtung TSV. Die Stadt handelt im Sinne des Vereins und im Sinne aller Dachauer. Das muss nur noch jeder erkennen.

© SZ vom 09.02.2017

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