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Knapper Wohnraum:Odelzhausen baut selbst

Gaggers hat 97 Einwohner und eine Marienkapelle. Und darf Bauland ausweisen für Familienangehörige.

(Foto: Toni Heigl)

Gemeinde fragt Bürger online nach ihren Wünschen

Dass die A8-Gemeinde Odelzhausen in jeder Hinsicht wächst, ist bekannt. Neue Unternehmen, ein großes Neubaugebiet samt neuen Kindergärten, neue Schulgebäude - die Liste ist lang. Indes setzt der Odelzhausener Gemeinderat unter Bürgermeister Markus Trinkl (parteifrei) auch auf eine zweite Schiene: Eigenheime für den Nachwuchs - "Nachgeborene" im Behördendeutsch.

Insbesondere in den kleinen Ortsteilen expandiert die Kommune auf diese Weise, zum Beispiel in Gaggers (97 Einwohner), Miegersbach (97), Hadersried (156), Dietenhausen (201) oder Ebertshausen (257). So billigte der Gemeinderat nun einen Bebauungsplan in Gaggers für ein Areal am Ortsrand sowie die Änderung eines Bebauungsplans in der Ebertshausener Ortsmitte. Der Weiler wächst zudem am Ostrand durch Einfamilienhäuser für Familienmitglieder oder auch am Westrand. Für Hadersried wurde im Juni ein Bebauungsplan auf die Schiene gesetzt, das Verfahren in Dietenhausen ist schon einen Schritt weiter - immer geht es darum, Wohnraum für Kinder und Verwandte zu schaffen, zumeist in Form von Einfamilienhäusern.

Für das Neubaugebiet in Höfa hat die Gemeinde Anfang Juli einen Fragebogen auf die Homepage gestellt. Auf dem Areal hatte die Gemeinde auch Grundstücke erworben, um Mehrparteien-Wohngebäude zu bauen. Insgesamt sollen rund zwanzig Wohnungen entstehen, der Zuschnitt der Gebäude und Wohnungen ist noch offen. Die Hälfte dieser Wohneinheiten will die Gemeinde im Baulandmodell - also zu vergünstigten Konditionen - vermarkten, über das zu Jahresanfang gegründete Kommunalunternehmen KU Bau. "Wenn die Nachfrage da ist", heißt es auf der Homepage. Doch daran dürfte kein Zweifel bestehen, am wenigsten im Rathaus. Denn als die Kommune im vergangenen Jahr Baugrundstücke im Baulandmodell auf den Markt brachte, übertraf die Nachfrage das Angebot schon in den ersten Wochen um das Doppelte.

Mit dem Fragebogen will sich die KU Bau kundig machen, welche Wohnungsgrößen gefragt ist, ob Barrierefreiheit gewünscht ist oder eine Schwerbehinderung vorliegt. Weitere Fragen drehen sich um Einkommen, Vermögen und nach der Dauer des Hauptwohnsitzes in Odelzhausen. Hier geht es wohlgemerkt immer um den Kauf von Wohneinheiten. Als Abgabefrist für Einsendung des Fragebogens ist Mittwoch, 14. August, genannt.

Die weiteren etwa zehn Wohnungen sollen von der KU Bau zu sozial verträglichen Mietpreisen vermietet werden. Details dazu sind noch nicht bekannt. Die vielen Bau-Aktivitäten benötigen Personal. Deswegen wurde der Bauhof kürzlich durch einen Mitarbeiter verstärkt. Zudem erwarb die Kommune nun ein weiteres Fahrzeug: einen Pritschenwagen, wie Bürgermeister Trinkl in der Gemeinderatssitzung berichtete.