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Klimaschutz Karlsfeld:Flatterulmen für Flugmeilen

Karlsfeld nutzt Klimaabgabe, um in der Gemeinde Bäume zu pflanzen

Wenn Karlsfelds Gemeinderäte oder der Bürgermeister künftig dienstlich mit dem Flugzeug unterwegs sind, werden sie den dabei entstehenden hohen Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO₂ kompensieren. Und zwar nicht über Organisationen wie Atmosfair, die in weit entfernten Weltgegenden beispielsweise tropischen Regenwald aufforsten. Karlsfelds Kommunalpolitiker wollen die als Ausgleich für die Emissionen anfallenden Beträge für Baumpflanzungen im eigenen Gemeindegebiet verwenden. Das hat der Hauptausschuss des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Anlass für einen Antrag der Bündnis-für-Karlsfeld-Fraktion auf CO₂-Kompensation von Flügen war eine im August bevorstehende Reise in die Partnerstadt Muro Lucano in der süditalienischen Basilicata. Bündnis-Fraktionschef Adrian Heim begründete die Forderung damit, dass auch Karlsfeld dem Beispiel anderer Gemeinden folgen und verstärkt etwas für den Klimaschutz tun müsse. Beim Flug nach Neapel würden zehn Euro pro Person als Ausgleichsbetrag für den CO₂-Ausstoß fällig, erklärte er - "kein allzu hoher Betrag".

Finanzreferent Holger Linde (CSU) verwies darauf, dass die Gemeinde durchaus längst Umweltschutz praktiziere. So nutze man zum Beispiel Ökostrom, auch wenn der teurer sei. Er fand Heims Idee gut, hielt es aber für besser, wenn das Geld auf dem Konto der Gemeinde für Ökomaßnahmen am Ort lande, "statt bei Organisationen, die Bäume irgendwo in Mittelamerika pflanzen". Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) pflichtete ihm bei und rechnete vor, dass bei 33 Personen, die demnächst nach Neapel fliegen, 330 Euro anfielen. Damit sollten nach seiner Ansicht drei Flatterulmen, Bäume des Jahre 2019, im Karlsfelder Zukunftswald gepflanzt werden. Für die SPD-Fraktion schloss sich auch Beate Full diesem Vorschlag an, den letztlich auch Antragsteller Heim "wunderbar" fand.