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Klimaschutz:Haimhausen wird grüner

Die Gemeinde will klimagerechtes und nachhaltiges Bauen fördern

Der Haimhausener Gemeinderat hat zwei Anträge der Grünen-Fraktion einstimmig abgesegnet. Zum einem macht sich die Kommune auf den Weg, eine Fair-Trade-Kommune zu werden. Zum anderen wird Haimhausen künftig noch mehr als bisher schon klimagerechtes und nachhaltiges Bauen fördern, so wie von der Grünen-Fraktionssprecherin Bettina Ahlrep vorgeschlagen. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen haben dazu ein Bewertungssystem und ein Gütesiegel entwickelt, dessen Kriterien Haimhausen für sich anwenden könne, so Ahlrep. Das Ziel sei nicht nur, so Ahlrep weiter, dem Klimawandel entgegenzuwirken, sondern auch dessen jetzt schon vorhandene Auswirkungen abzumildern: zum Beispiel innerörtliche Hitzestaus durch Durchlüftungskorridore abzumildern oder auch durch das Prinzip der "Schwammstadt", in der natürliche Mikro-Wasserkreisläufe initiiert werden und die durch Verdunstung ebenfalls die Temperaturen senken. Eine "Schwammstadt" verarbeitet sozusagen Regenwasser - etwa durch begründete Dächer und vertikale Gärten - statt es einfach abfließen zu lassen.

Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) begrüßte den Vorstoß, wies aber darauf hin, dass die Kommune in dieser Hinsicht schon einiges tue. Nicht nur beim Regenwasser, sondern auch mit der Bestückung von Dächern mit Photovoltaik-Modulen. FDP-Gemeinderat Christian Stangl befürchtete Baukostenerhöhungen durch derartige Maßnahmen. "Es mag sein, dass manche Investitionen wie PVA-Dächer beim Bau höhere Kosten verursachen, aber mittelfristig rechnen sie sich", hielt Ahlrep entgegen. Das Gremium beschloss, dass sich Vertreter der Verwaltung sowie die Antragstellerinnen in den kommenden Wochen zusammensetzen sollen, um die Umsetzung beider Anträge in die Wege zu leiten.

© SZ vom 18.01.2021 / kram
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