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Klassikkonzert:Idyllisches Open Air an der Bründl-Kapelle

Nach den Eindrücken einer Italienreise komponierte der 16-jährige Wolfgang Amadeus Mozart die Divertimenti KV 136-138. Italienisches Flair verspürte man durchaus an dem milden Sommerabend beim Klassikkonzert an der Bründl-Kapelle in Haimhausen mitten im Wald, als diese beliebten Kompositionen zur Aufführung kamen. Das Publikum hatte sich auf allen Arten von Camping- und Klappstühlen und einigen Bänken platziert. Die angeregte Plauderstimmung, die einige mit einem mitgebrachten Gläschen Wein aufhellten, wandelte sich in andächtige Stille, als das "Bründl-Quartett" zu musizieren begann.

Die erste Violine, gespielt von Anne-Christine Moser, führte die variable Musik an, ergänzt von der zweiten Violine von Kerstin Ferrando (beide Staatstheater am Gärtnerplatz). Der Solobratschist des Münchener Rundfunkorchesters Norbert Merkl und Cellist Frank Eickhoff (ständiger Gast der Münchener Orchester) trugen ihren Teil zur harmonischen Architektur bei. Die musikalischen Raffinessen der anspruchsvollen Kompositionen Mozarts mit heiter-virtuosen Passagen und überraschend duftigem Pizzicato zogen das Publikum in ihren Bann. Das "Bründl-Quartett" musizierte hinreißend engagiert und zeigte in einer Zugabe noch eine ganz andere Klangfacette mit dem Andante mesto aus Giacomo Puccinis Streichquartett "Crisantemi".

© SZ vom 23.07.2020 / SZ

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