Keine Mehrheit:Radweg bleibt dunkel

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Gemeinderat lehnt die von der SPD beantragte Beleuchtung ab

Von Jacqueline Lang, Markt Indersdorf

Zwischen der Industriestraße und der Hafner Straße befindet sich ein Fuß- und Radweg. Da dieser laut SPD-Fraktion viel benutzt wird, aber nachts nicht beleuchtet ist, beantragte sie eine nächtliche Wegebeleuchtung. Bis auf Hubert Böck und Anita Engelbrecht (beide SPD) sah jedoch keiner der Gemeinderäte die Notwendigkeit für eine solche Beleuchtung.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den 650 Meter langen Kiesweg mit rund 15 Solarleuchten auszustatten, die je nach Ausführung 2000 beziehungsweise 3000 Euro pro Stück kosten würden. Insgesamt, so die Verwaltung, sei mit Kosten in Höhe von bis zu 35 000 Euro zu rechnen, die Montage und Mehrwertsteuer noch nicht mitgerechnet. Keine geringe Summe für einen Weg der im Winter nicht geräumt wird und unweit der Gewerbestraße liegt, die durchgehend beleuchtet ist. Die Verlegung von Stromkabeln sei jedoch noch um ein Vielfaches teurer, so die Verwaltung. Für die Solar-Variante spreche zudem, dass alle Leuchten "mit intelligenter Steuerung" ausgestattet seien. "Sie sind miteinander vernetzt, dimmen bei Nichtgebrauch auf zehn Prozent Lichtleistung herunter und fahren bei Bewegung dann schrittweise für Fußgänger oder Radfahrer im Verlauf des Weges die Beleuchtung wieder hoch", heißt es in der Sitzungsvorlage.

SPD-Gemeinderat Böck erläuterte, dass mehrere Bürger auf ihn zugekommen seien, weil sie sich nachts auf diesem Weg nicht sicher fühlten, vor allem im Winter, wenn es früh dunkel werde. Die Idee, Bewegungsmelder zu integrieren, hieß er gut. Helmut Ebert (FW) indes äußerte Bedenken: Entlang des Weges befinde sich eine mehrjährige Blühwiese. Es sei nicht sinnvoll, dort nachts durch Licht Insekten anzuziehen. Zudem werde der Weg doch ohnehin nur im Sommer genutzt. Rund 50 000 Euro - laut Ebert die Summe mit der für die Anschaffung inklusive der Montage zu rechnen sei - für nur sechs Monate im Jahr, "da sehe ich keinen Sinn dahinter". Böck hielt dagegen, dass es mittlerweile LED-Lampen gebe, die Insekten kaum oder nur sehr wenig anzögen.

Hubertus Schulz (Grüne) wollte wissen, wie "stabil und ausfallsicher" diese Art der Beleuchtung sei. Denn wenn diese sehr anfällig für Beschädigungen seien, werde der Unterhalt der Leuchten am Ende sehr teuer, so seine Befürchtung. Bürgermeister Franz Obesser (CSU) erklärte daraufhin, dass man mit dieser Art der Beleuchtung bislang keinerlei Erfahrungen habe.

Axel Noack (Grüne) konnte dem Vorschlag ebenfalls nichts abgewinnen: Er lebe in Neuried, dort kämpfe man seit Jahren für eine Straßenbeleuchtung. "Bei uns ist es immer noch dunkel", so Noack. Er plädierte deshalb dafür, lieber dort Lampen anzubringen, wo es wirklich wichtig sei und nicht auf einem Weg, wo in unmittelbarer Nähe ohnehin ein beleuchteter Gehweg existiere. Andreas Geier (BBN) pflichtete ihm bei: "Den ganzen Weg zu beleuchten, macht wirklich keinen Sinn." Diese Meinung teilten letztlich alle bis auf die zwei SPD-Gemeinderäte Böck und Engelbrecht.

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