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Keine Kreditaufnahme nötig:Grundsolider Haushalt

Die Gemeinde Weichs hat nicht nur Landschaften wie das Moos mit seinen Naturschönheiten zu bieten - sondern auch einen stabilen Haushalt.

(Foto: Toni Heigl)

Während sich andere Gemeinden weiterhin verschulden, kann Weichs rund 100 000 Euro Schulden tilgen

Mit der Verabschiedung des Haushalts sind nicht selten kontroverse Diskussionen verbunden. Nicht so im Gemeinderat Weichs, in dem wie immer ein freundlicher und respektvoller Umgangston gepflegt wird. In der jüngsten Sitzung dauerte es gerade mal eine Stunde, bis der Haushalt für das Jahr 2017 einstimmig verabschiedet wurde. Anstatt zu debattieren lobte Bürgermeister Harald Mundl (WBV) den soliden Haushalt, der ohne neue Kreditaufnahme auskommt. Während sich andere Gemeinden weiterhin verschulden, kann Weichs rund 100 000 Euro Schulden tilgen. Als Grund für die verspätete Haushaltssitzung nannte Mundl die Klausurtagung des Gemeinderats im Frühjahr sowie personelle Umbesetzungen im Kämmerei- und Kassenbereich.

Die Zahlen, die der Bürgermeister aus seinen umfangreichen Unterlagen verlas, klangen durchaus solide: Demnach sieht der vorläufige Gesamthaushalt für das Jahr 2017 Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 7,245 Millionen Euro vor. Aufgeschlüsselt ergibt das für den Verwaltungshaushalt einschließlich sämtlicher laufender Einnahmen und Ausgaben ein Gesamtvolumen von 5,235 Millionen Euro. Für den Vermögenshaushalt, der einmalige Investitionen und Einnahmen beinhaltet, sind rund 2,010 Mio. Euro veranschlagt. Besonders im Bereich Kinderbetreuung und im Schulsektor "müssen wir eine große Lösung anstreben", mahnte der Bürgermeister. Bis Juli 2017 seien bereits 21 neugeborene Kinder im Gemeindegebiet zu verzeichnen gewesen. Wie die Tendenz zeige, kämen nicht allein wegen des Neubaugebiets Aufhausener Feld immer mehr junge Familien in die zukunftsorientierte Gemeinde. Um eine umfassende Betreuung aller Kinder zu gewährleisten, soll bis 2020 ein neues Gebäude für Kinderkrippe und Kindergarten errichtet werden. Deswegen müsste die Gemeindeverwaltung auch "mein persönliches Wunschprojekt, ein neues Rathaus, zurückstellen", bedauerte Mundl.

Als die größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt nannte der Bürgermeister die Personalausgaben mit rund 950 000 Euro, sowie die Kosten für den Straßenunterhalt (312 000 Euro) und Abwasserbeseitigung (345 000 Euro). An Einnahmen erwartet die Gemeinde Gewerbesteuern von rund 640 000 Euro, rund 200 000 Euro mehr als im Vorjahr. Nach Berechnungen von Kämmerin Rita Rankl erhöht sich der Einkommensteueranteil 2017 um circa 83 000 Euro auf 2,26 Millionen Euro. Aufgrund der Steuerkraftzahlen der Gemeinde Weichs steigt auch die Kreisumlage auf 1,25 Millionen Euro, rund 130 000 Euro mehr als 2016. In diesem Jahr wird staatliche Unterstützung in Form der Schlüsselzuweisungen von rund 590 000 Euro erwartet. "Recht positiv" sieht Mundl auch den Schuldenstand, der sich bis Ende 2017 voraussichtlich auf 3,42 Millionen Euro verringert.

Ein Großteil der Investitionen, die im Haushaltsjahr 2017 zu Buche schlagen, sollen in das Kinderhaus"fließen. Dieses Bauvorhaben hat für Bürgermeister Mundl "Priorität Nummer eins". Hierfür sind Planungskosten in Höhe von 170 000 Euro angesetzt. Weitere Kosten für Planung und Neubau (rund 5,50 Millionen Euro) sind in den Finanzplanungsjahren 2018 bis 2020 veranschlagt. Für die Umstellung zur digitalen Feuerwehr-Alarmierung sind es 50 000 Euro. Die Errichtung eines Trennbauwerks für den Hochwasserschutz wird voraussichtlich rund 20 000 Euro kosten, ebenso viel wie die Sanierung der Fränkinger Straße von der Ortsmitte bis zum Bürgerhaus.