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Katholischer Kindergarten in Weichs:Sanierung abgelehnt

Das Gebäude für den Pfarrkindergarten St. Martin wurde in den Sechziger Jahren erbaut. Ein Kindergartenbetrieb ist hier nicht mehr möglich.

(Foto: Toni Heigl)

Weichser Pfarrkindergarten soll in neues Kinderhaus ziehen

Der katholische Kindergarten St. Martin an der Baustädterstraße wird nicht saniert. Die 65 Mädchen und Buben, die ihn derzeit besuchen, sind jetzt in Containermodule umgezogen. Diese Übergangslösung soll bis 2021 bestehen bleiben, bis das neue Kinderhaus an der Grundschule fertig ist. In das neue Gebäude soll dann der Pfarrkindergarten mit einziehen. Die Räte stimmten dem Umzug geschlossen zu, wenngleich Kritik geäußert wurde.

Die Arbeiten für die provisorischen Unterkünfte im angrenzenden Pfarrgarten haben bereits begonnen. Von Seiten des Ordinariats hätte man die Grundsanierung und den Verbleib am derzeitigen Standort bevorzugt. Eine Renovierung mit gemeinsamer Finanzierung durch die Erzdiözese München-Freising und die Gemeinde konnte nicht erreicht werden. Schon im Vorfeld hatte Bürgermeister Harald Mundl (WBV) erklärt, dass die Gemeinde weder bereit sei, in eine Sanierung des Pfarrkindergarten zu investieren noch in einen Neubau. Mundl zufolge hätte die Gemeinde zwei Drittel von rund 3,5 Millionen Euro der Baukosten übernehmen sollen.

Wie der Kita-Verbund Röhrmoos-Hebertshausen als Träger des Weichser Pfarrkindergartens erklärte, seien die Containermodule zwingend notwendig, da sich der Zustand des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes stark verschlechtert habe. Eine Fortsetzung des Kindergartenbetriebes sei nicht mehr zu verantworten. Seit der Einweihung vor mehr als 50 Jahren wird der Pfarrkindergarten von Ordensfrauen der Armen Schulschwestern geleitet. Nach dem vorläufigen Umzug in Container müssen im Januar 2020 noch Wege und Außenanlagen fertiggestellt werden. Welche Pläne das Ordinariat mit dem sanierungsbedürftigen Gebäude hat, ist bislang nicht bekannt.

Für den Kindergarten "Burzlbam" bedeutet dies, dass er nicht wie vorgesehen in das neue Kinderhaus umziehen, sondern am bisherigen Standort am Rathaus bleiben wird. Bürgermeister Mundl zufolge stehen für den weiteren Betrieb einige Sanierungen an. Die Frage von Werner Dornstädter (Freie Wähler), ob wegen des Pfarrkindergartens Änderungen in der Planung des Kinderhauses notwendig seien, verneinte Mundl. CSU-Gemeinderat Martin Betz kritisierte den Umgang der Erzdiözese mit der Gemeinde, wobei er auf den Solidaritätsgedanken der Diözese bezüglich der Kinderbetreuung verwies. Simon Kammermeier (SPD) hätte den BRK-Kindergarten "Burzlbam" lieber im Kinderhaus gesehen.

© SZ vom 02.01.2020
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