Katastrophenschutz:Was wäre wenn

Katastrophenschutz: Auch die örtlichen Feuerwehren sind in das Notfallsystem des Katastrophenschutzes eng eingebunden.

Auch die örtlichen Feuerwehren sind in das Notfallsystem des Katastrophenschutzes eng eingebunden.

(Foto: Toni Heigl)

Der Landkreis sieht sich für den Katastrophenfall gut gerüstet, appelliert aber auch an die Bürger, selbst Vorsorge zu treffen

Von Viktoria Hausmann, Dachau

Obwohl eine katastrophale Überflutung des Landkreises Dachau wie in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder im Voralpenland als eher unwahrscheinlich gilt, ist der Landkreis laut Landratsamt für alle Fälle gerüstet. Bisher konnten Mitglieder der Dachauer Wasserwacht und Einheiten des THW einzelne Unterstützungsarbeiten am Krisenort leisten. Zum Beispiel in Bischofswiesen. Dort räumten ehrenamtliche THWler am Sonntag Zufahrtsstraßen und brachten Sandsäcke an. Zusätzlich wurden im Landkreis Dachau Bereitschaftsabfragen bearbeitet. Das Landratsamt Dachau konnte dabei feststellen, dass es im Ernstfall ein Hilfeleistungskontingent mit bis zu 120 Mitgliedern verschiedenster Hilfsorganisationen verfügbar wäre. Da in den Hochwassergebieten momentan genug ortsnahe Helfer verfügbar sind, sind Dachauer Hilfsangebote, wie zum Beispiel eine "Zeltstadt" für die Notunterbringung von bis zu 200 Personen, bisher nicht abgerufen worden.

Die Katastrophenschutzbehörde des Dachauer Landratsamts ist im Falle einer örtlichen Natur- und Unwetterkatastrophen die zentrale Anlaufstelle für alle. Sie plant und schult für den schlimmsten Fall und ist im Katastrophenfall gegenüber allen staatlichen und kommunalen Stellen sowie auch gegenüber Privatpersonen weisungsbefugt. Neben hauptamtlichen Kräften von Polizei und Rettungsdienst, hat der Katastrophenschutz dann Zugriff auf mehr als 2500 Helfer aus der Bürgerschaft sowie 67 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis Dachau, 80 Helfer beim THW und 1500 bei den verschiedenen Bereitschaften des Roten Kreuzes und der Wasserwacht. Diese Kräfte sorgen im Fall einer Katastrophe für Hilfe und die Evakuierung gefährdeter Gebäude. Bürger werden, so zumindest der Plan, im Ernstfall über die Warnapp Nina sowie über Sirenen und Radiodurchsagen gewarnt. Natur- und Umweltkatastrophen, wie Überschwemmungen, Erdbeben, Stürme, Waldbrände oder extremer Schneefall können zu langen Stromausfällen führen. Um für einen solchen Blackout gerüstet zu sein, rät die Katastrophenschutzbehörde den Bürgern, Vorräte anzulegen. Darunter sollten auch genügend Wasser, Essen, Medikamente, Batterien und aufgeladene Handyladegeräte sein. Ebenfalls wichtig sind batteriebetriebene Radios, um Sicherheitshinweise und aktuelle Nachrichten zu hören. Um keine wichtigen Dokumente, wie Zeugnisse und Versicherungsunterlagen zu verlieren, falls das eigene Zuhause zerstört wird, sollte man Kopien davon an einem sicheren Ort aufbewahren. Dafür eignen sich Bankschließfächer oder digitale Clouds. Flutereignisse, aber auch die Windhose vor einigen Jahren im benachbarten Landkreis Aichach zeigen, wie unerwartet und schnell solche Ereignisse auftreten können. Individuelle Vorsorge und Vorbereitung sind daher ebenso wichtig wie die Warnung und die Katastrophenhilfe im Ernstfall.

Hinweise und Checklisten für die private Vorsorge finden sich auf den Internet-Seiten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/vorsorge_node.html.

© SZ vom 21.07.2021
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