bedeckt München 23°
vgwortpixel

Karlsfelder See: Badeinsel:Gute Idee geht baden

Eine Badeinsel am Karlsfelder See wäre ein echtes Highlight - da sind sich die Gemeinderäte einig. Und dennoch wird es keine geben. Das Risiko ist zu groß.

Eine Badeinsel im Karlsfelder See, das wäre eine tolle Attraktion für Kinder. Darüber war man sich am Montag im Hauptausschuss einig. Dass der Antrag von SPD-Gemeinderätin Anita Neuhaus dennoch dramatisch Schiffbruch erlitt - nur Eleonore Haberstumpf und Peter Neumann vom Bündnis unterstützten sie - lag an den zahlreichen Widrigkeiten, die geradezu beispielhaft illustrieren, wie schwierig es für Kommunen mittlerweile ist, selbst kleine Projekte umzusetzen.

Der Karlsfelder See ist vor allem bei Kindern aus der Region um München beliebt.

(Foto: Toni Heigl)

"Es reicht heute nicht mehr, einfach ein paar Fässer und Bretter zusammenzunageln", sagt Wolfgang Offenbeck (CSU). Sein Kollege Bernd Wanka: "Früher haben die Eltern gesagt: Hast' halt nicht aufgepasst. Heute suchen sie einen Verantwortlichen."

Die Gemeinde müsse sich absichern. Eleonore Haberstumpf überzeugen die Einwände nicht recht. "Es kann nicht sein, dass man Haftungsgründe vorschiebt", ärgert sie sich. Mit einer Badeinsel wäre der Betrieb am Karlsfelder See in jedem Fall sicherer.

Dann hätten die Kinder auch eine Alternative zu dem Tarzan-Seil, das sie am Nordufer an einen Baum gebunden haben. Von dort schwingen sie sich über den See und springen ins Wasser - knapp neben einem Mäuerchen. "Wenn ich dabei zusehe, wird mir angst und bange."

Und dann sind da noch die Kosten: 10 000 Euro veranschlagt die Gemeinde für eine TÜV-zertifizierte Badeinsel. Dabei grübelt sie, wo sie noch sparen kann, um in Zukunft überhaupt ihre Pflichtaufgaben - von der Kinderbetreuung bis zum Busverkehr - zu erfüllen.

"Aufgrund der derzeitigen Haushaltslage", sagt Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU), sehe er keine Chance für das "berechtigte Anliegen". Und die Idee von Bündnis und SPD, Sponsoren zu suchen: leichter gesagt als getan. "Man redet sich ja schon den Mund fransig, wenn es um Tausend Euro für soziale Zwecke geht."

Zur SZ-Startseite