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Karlsfeld:Zuschuss für Neubau des Tierschutzvereins

Das Dachauer Tierheim platzt aus allen Nähten, schließlich werden jedes Jahr zwischen 1200 und 1400 Tiere aufgenommen. Aber nicht nur dieses Problem zwingt den Tierschutzverein zu einem Neubau. Denn die Unterbringung der Vierbeiner entspricht teilweise nicht mehr den schon seit 2001 geltenden gesetzlichen Vorschriften. Deshalb will der Tierschutzverein ein Multifunktionshaus bauen, um den Verpflichtungen des Gesetzgebers nachzukommen. 950 000 Euro soll das neue Gebäude kosten. 700 000 Euro kann der Verein aus Eigenmitteln aufbringen, für die übrige Summe hat er einen Zuschussantrag an die Kommunen des Landkreises gestellt, denn die Versorgung von Fundtieren ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinden. "Wenn wir das selber machen müssten, käme es viel teurer", betonte Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) im Hauptausschuss des Gemeinderats bei der Behandlung des Antrags. "Die Notwendigkeit des Neubaus ist uns sehr wohl bewusst, da die Vorschriften verschärft wurden", sagte er weiter.

Kolbe, der auch Bürgermeisterobmann des Landkreises ist, berichtete, dass er sich mit seinen Amtskollegen verständigt habe, 150 000 Euro für das Bauvorhaben aufzubringen. Bei rund 150 000 Einwohnern im Landkreis entfielen somit auf jede Kommune ein Euro je Einwohner. Karlsfeld würde nach den jüngsten Zahlen des statistischen Landesamts 21 700 Euro zuschießen. "Die Hälfte der Landkreiskommunen hat sich bereits entschlossen, dem Antrag zuzustimmen, die anderen werden nachziehen", erklärte Karlsfelds Rathauschef noch.

Finanzreferent Holger Linde (CSU), normalerweise sehr auf Sparsamkeit bedacht, meinte in diesem Fall: "Karlsfeld war immer Vorreiter bei Zuschüssen für das Tierheim, auch 2010 beim neuen Katzenhaus." Er plädierte deshalb dafür, auch diesmal zu zahlen. Kolbes Vize Stefan Handl (CSU) mochte zwar nicht an der Gewährung des Zuschusses rütteln, war aber der Ansicht, dass man die Höhe der Baukosten von 950 000 Euro hinterfragen sollte. "Das haben Architekten errechnet, das ist wohl realistisch", erwiderte der Bürgermeister. Da der Tierschutz einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung genieße, sprachen sich auch Venera Sansone (SPD) und Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) für den Zuschuss aus. Der Beschluss, ihn zu gewähren, fiel am Ende einstimmig.