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Karlsfeld:Warten auf das neue Limit

Künftig gilt in der Münchner Straße Tempo 50, doch bei der Umsetzung gibt es Probleme

Statt mit 60 Kilometern pro Stunden dürfen die Autofahrer künftig nur noch mit 50 auf der Münchner Straße durch Karlsfeld fahren, darauf haben sich die Behörden im Juli geeinigt. Noch im August sollte die neue Regelung in Kraft treten. Doch inzwischen ist September, und an der vierspurigen Durchgangsstraße durch die 20 000-Einwohnergemeinde stehen noch immer die alten Tempo-60-Schilder. "Wir rechnen jeden Tag damit, dass sie ausgetauscht werden", sagt Stefan Handl, der als Zweiter Bürgermeister der Gemeinde in der Ferienzeit die Amtsgeschäfte im Rathaus führt. Schließlich hatte Richard Wacht, Leiter der Verkehrsabteilung bei der Polizeiinspektion Dachau, erklärt: "Jetzt hängt es nur noch am Auswechseln der Schilder." Aber die lassen auf sich warten.

Eine Sprecherin des zuständigen staatlichen Straßenbauamts erklärte der SZ, die Reduzierung sei mitnichten eine Sache weniger Tage und werde mit Sicherheit auch im September noch nicht umgesetzt werden. "Wir versuchen, dass wir es noch in diesem Jahr schaffen." Jahrzehnte lang hat die Gemeinde Karlsfeld darum gekämpft, dass das Tempo an der vierspurigen Durchgangsstraße gedrosselt wird. Das Staatliche Bauamt hatte sich aber lange erfolgreich dagegen gewehrt. Zu wichtig sei die Funktion der B304 als Durchgangsstraße; mehr als 40 000 Fahrzeuge sind dort jeden Tag unterwegs.

Die Wende brachte ein Verkehrsgutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Ergebnis: Tempo 50 würde auf der ohnehin überlasteten Straße nur einen Zeitverlust von wenigen Sekunden bedeuten. Nun müssen allerdings die Ampelphasen neu programmiert werden. "Das ist ziemlich kompliziert", heißt es vom Straßenbauamt. Die Behörde folgt nämlich nicht nur der Forderung nach einem strengeren Tempolimit, sie bezieht auch schon jetzt weitere Wünsche der Gemeinde zur Optimierung des Verkehrs mit ein.