Karlsfelder OrtsmitteBremsen mit Beton

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Die Betonklötze zur Verkehrsberuhigung der Karlsfelder Ortsmitte zwingen Autofahrer, langsam in Schlangenlinien zu fahren.
Die Betonklötze zur Verkehrsberuhigung der Karlsfelder Ortsmitte zwingen Autofahrer, langsam in Schlangenlinien zu fahren. Gregor Schiegl

Zur Verkehrsberuhigung der Ortsmitte hat die Gemeinde Karlsfeld vor einem Jahr probeweise Betonblöcke aufgestellt. Jetzt sollen sie dauerhaft dort bleiben. Und es sollen noch mehr werden.

Von Gregor Schiegl, Karlsfeld

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Karlsfelds Ortszentrum ist vieles zugleich: Fahrradweg, Fußgängerzone, Supermarktparkplatz und Zufahrtsstraße. Solche gemischt genutzten Flächen funktionieren meist ganz gut, solange alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. In Karlsfeld allerdings waren manche Autofahrer dort deutlich schneller unterwegs, als sie sollten. Um das zu ändern, ließ die Gemeinde im vergangenen Frühjahr versuchsweise fünf große Betonblöcke auf der Wögerwiese aufstellen. Seitdem müssen Autofahrer Slalom fahren – und das langsam.

Was als Versuch begann, soll nun zur Dauerlösung werden: Die Betonblöcke bleiben und sollen sogar noch durch weitere ergänzt werden. Das hat der Verkehrsausschuss des Karlsfelder Gemeinderats beschlossen. Auch Ordnungsamtsleiter Günther Rustler sieht nach den Erfahrungen des Testlaufs keine Gründe gegen eine dauerhafte Regelung.

Die Mehrheit im Ausschuss wertet die Maßnahme als Erfolg

Darüber, wie gut die Betonklötze ihren Zweck tatsächlich erfüllen, gehen die Meinungen im Gemeinderat allerdings auseinander. Adrian Heim vom Bündnis für Karlsfeld zog eine sehr positive Bilanz. „Es wird jetzt nicht mehr durchgebrettert“, sagte er. Das sei ein großer Sicherheitsgewinn für die Fußgänger. CSU-Gemeinderätin Ursula Weber kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: „Die Legosteine haben nicht den Nutzen erbracht, den sie erbringen sollten.“

Trotz solcher Einwände wertete die Mehrheit im Ausschuss das Aufstellen der Betonblöcke als Erfolg. Daran ändert aus ihrer Sicht auch der Umstand nichts, dass manche Autofahrer die Ecke hinter den Blöcken als Parkbucht nutzen, obwohl dort gar keine Stellflächen vorgesehen sind. Diesen Missstand will Bürgermeister Christian Bieberle (CSU) mit einer einfachen Maßnahme beheben: In den Lücken sollen weitere Blöcke aufgestellt werden.

Kritik gibt es allerdings weiterhin an der Wirkung auf das Ortsbild. „Ich finde es eine Katastrophe, wie die Steine da stehen“, sagte Thomas Kirmse von der SPD. Die Blöcke seien „viel zu mächtig“. Auch CSU-Gemeinderätin Ursula Weber kritisierte die Optik: „Es ist wirklich keine Augenweide.“ Zwischenzeitlich stand deshalb auch die Idee im Raum, die Betonblöcke mit Graffiti gestalten zu lassen. CSU-Gemeinderat Stefan Theil konnte dem jedoch wenig abgewinnen. „Das gefällt mir gar nicht“, sagte er.

Bürgermeister Bieberle unterbreitete dem Gremium einen Vorschlag: Die Blöcke könnten im Rahmen eines Kunstprojekts gestaltet werden, etwa von einer Schule oder vom Kunstkreis Karlsfeld. Diese Idee soll die Rathausverwaltung nun weiterverfolgen.

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