Formal sind die Kriterien für das Bürgerbegehren „Erhalt des Hallenbades Karlsfeld“ erfüllt, die Initiative hat genügend Unterschriften gesammelt. 1288 gültige Stimmen wurden abgegeben, das Quorum lag bei 1255. Trotzdem hat es der Gemeinderat am Donnerstagabend abgelehnt.
Der Grund ist derselbe, der voriges Jahr schon ausschlaggebend war bei dem Beschluss, das beliebte Bad nicht zu sanieren, sondern abzureißen: Die Gemeinde kann es sich nicht leisten. Laut Verwaltung haben auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens kein tragfähiges Konzept für die Finanzierung vorgelegt. Es basiere auf Eigenleistungen und Spenden. Das sei keine belastbare Grundlage für Investitionen in Millionenhöhe.
Aus der Kämmerei der Gemeinde kommt das klare Signal: An der schwierigen Haushaltslage hat sich seit dem Vorjahr nichts geändert, im Gegenteil. Die freiwillige Leistung eines Hallenbadbetriebs würde die gemeindlichen Pflichtaufgaben gefährden.
Seit 1971 betrieb Karlsfeld das Hallenbad, bis Oktober 2022. Dann wurde es wegen erheblicher statischer Probleme am Dach geschlossen. Allein die Sanierungskosten belaufen sich nach Abzug möglicher Förderungen auf mehr als zehn Millionen Euro, dazu käme ein zu erwartendes jährliches Defizit von einer guten Million.


