Karlsfeld:Fünf, die mit Herzblut dabei sind

Karlsfeld: Die neuen Bürgermedaillenträger mit ihren Urkunden (v.li.): Horst Rubröder, Pietro Rossi, Gertraud Himmler, Gerhard Proske und Daniel Stöckel.

Die neuen Bürgermedaillenträger mit ihren Urkunden (v.li.): Horst Rubröder, Pietro Rossi, Gertraud Himmler, Gerhard Proske und Daniel Stöckel.

(Foto: Toni Heigl)

Bürgermeister Stefan Kolbe verleiht einer Frau und vier Männern die Bürgermedaille für ihr ehrenamtliches Engagement

Von Christiane Bracht, Karlsfeld

Das Leben in einer Gemeinde wird erst dann bunt und schön, wenn es Menschen gibt, die sich dafür engagieren. In Karlsfeld gibt es viele davon. "Wir können stolz sein auf unsere aktiven Vereine und bürgerschaftlichen Initiativen", sagte Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) anlässlich der Verleihung der diesjährigen Bürgermedaillen. Fünf Personen, die seit Langem hochengagiert sind, haben jetzt diese besondere Auszeichnung bekommen: Gertraud Himmler, Gerhard Proske, Pietro Rossi, Horst Rubröder und Daniel Stöckel. "Sie bringen sich ein - ihre Zeit, ihre Kraft, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Talente", so Kolbe. Dafür verzichteten sie auf Freizeit und Privatleben, und das mit großer Selbstverständlichkeit, ohne laut darüber zu reden. Er dankte den fünf und ihren Lebenspartnern, die ihnen den Rücken frei hielten, für ihren Einsatz.

Gertraud Himmler ist passionierte Tänzerin. 1994 gründete sie zusammen mit Katharina und Otto Ahamer die Karlsfelder Volkstanzgruppe D'Knödeldraha, die inzwischen weit über den Ort hinaus bekannt ist. So trat die Gruppe etwa auf der Oid'n Wiesn, dem Bennofest in München und bei der Bundesgartenschau 2005 auf, aber auch bei Besuchen in der Karlsfelder Partnerstadt Muro Lucano. Gertraud Himmler leitet die Übungsabende mit viel Engagement. Am Herzen liegen ihr besonders die Kindervolkstanzgruppe und die Jugendgruppe, die es seit 2009 gibt, seit Himmler an die Grundschule kam. "Für uns alle ist Gertraud Himmler eine nicht wegzudenkende Persönlichkeit, wenn es um den Erhalt der traditionellen Volkstänze geht", sagte Kolbe, als er ihr die Bürgermedaille überreichte. Himmler war so gerührt, dass sie nur noch herausbrachte: "Ich kann jetzt nicht mehr reden."

Gerhard Proske ist seit Jahrzehnten gleich in mehreren Vereinen aktiv. So war er von 1988 an vier Jahre lang stellvertretender Vorsitzender im TSV Eintracht Karlsfeld. 1992 wurde er in der Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord Zweiter Vorsitzender und Mitglied des Festausschusses. Seit 2012 ist er Erster Vorsitzender und bis heute für die Elektroversorgung des Siedlerfests verantwortlich. Nächstes Jahr will sich der 82-Jährige zurückziehen, auch wenn ihm der Abschied schwerfällt. Außerdem ist Proske noch im Verband Wohneigentum aktiv, in der Reservisten- und Kriegerkameradschaft und im Schützenverein. Dort brachte er es 2010 sogar zum Schützenkönig mit der Luftpistole. "Meine Frau hat ja schon früher eine Bürgermedaille bekommen, da habe ich mich angestrengt, dass ich auch eine bekomme", sagte Proske bei der Feier im Bürgerhaus.

Pietro Rossis Herz schlägt indes für den Fußball. 1993 begann er als Jugendtrainer im TSV Eintracht Karlsfeld, 2002 übernahm er die Abteilungsleitung. Solange er aktiv war (bis 2010), wuchs die Jugendabteilung stark und die erste Mannschaft stieg in die Bezirksoberliga auf, die zweite in die Kreisklasse. Besonders stolz ist er auch auf die Erweiterung des Damenfußballs. Außerdem machte er den Bavaria-Cup zu einem internationalen Turnier, das Karlsfeld laut Kolbe "europaweit bekannt gemacht hat". 14 Jahre lang saß Rossi auch für die CSU im Gemeinderat, dann zog er nach Ampermoching. Wenn er einen Landsmann treffe, der kaum Deutsch könne, rate er ihm, er solle sich in einem Verein engagieren. So habe auch er Deutsch gelernt, sagte er bei der Preisverleihung.

Horst Rubröder ist "der Mann für alle Fälle" im Heimatmuseumsverein, dem er seit seiner Gründung 1995 angehört. Seit der Eröffnung des Museums 2003 dokumentiert er die Arbeit, bereitet Sonderausstellungen vor, hält Kontakte zu anderen Museen und stellt seinen Keller zur Lagerung von Preisen und Gemälden zur Verfügung. Außerdem engagiert sich Rubröder auch für die Bürgerstiftung Karlsfeld. Er freute sich, nun mit seiner Frau Rosi "gleichzuziehen", denn auch sie hat bereits vor vielen Jahren eine Bürgermedaille erhalten. "Vielen Dank für diese schöne Ehre", sagte er.

Daniel Stöckel kümmert sich seit mehr als 50 Jahren um den Naturschutz. In den 1970er-Jahren half er bereits Josef Koller am Seeberg, ein Feuchtbiotop anzulegen und einen Amphibienweiher am Karlsfelder See. Seit 2002 betreut Stöckel intensiv die Dannerwiese im Schwarzhölzl und übernahm 2009 die Patenschaft. Seit 2015 ist er zudem Biotoppfleger im Krenmoos, seit 2017 ökologischer Baubegleiter des ganzen Schwarzhölzls. Erst im Juli wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, jetzt überreichte ihm Bürgermeister Stefan Kolbe die Bürgermedaille. Stöckel nutzte den Anlass, um neue Helfer zu motivieren: "Es gibt sehr viele neue Flächen. Dafür bräuchten wir mehr Unterstützung. Es ist keine sehr schwere Arbeit", warb er und lobte die Gemeinde, dass sie, wenn es um den Naturschutz gehe, "immer ein offenes Ohr für mich hat".

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