Bürgermeisterwahl in KarlsfeldKontinuität unter neuen Bedingungen

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Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (links) mit seinem designierten Nachfolger Christian Bieberle im Rathaus.
Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (links) mit seinem designierten Nachfolger Christian Bieberle im Rathaus. Niels P. Jørgensen
  • CSU-Kandidat Christian Bieberle gewinnt die Bürgermeisterwahl in Karlsfeld mit 13,6 Prozentpunkten Vorsprung vor dem Grünen Michael Fritsch.
  • Bieberle wird Nachfolger von Stefan Kolbe und führt eine auf seine Person zugeschnittene Wahlkampfstrategie ohne politische Polarisierung.
  • Mehr als 42 Prozent der Wähler haben mit ihrer Stimme für den Mitbewerber den Wunsch nach Wandel gezeigt.
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Drei starke Kandidaten, und am Ende gewinnt doch wieder die CSU: Karlsfelds Wähler machen Christian Bieberle zum Nachfolger von Bürgermeister Stefan Kolbe.

Von Gregor Schiegl, Karlsfeld

Der blaue Balken wächst im Verlauf des Wahlabends immer weiter in die Höhe, während der grüne mehr und mehr abschmilzt. Am Ende landet der Karlsfelder CSU-Bürgermeisterkandidat Christian Bieberle mit einem Vorsprung von 13,6 Prozentpunkten klar vor seinem Mitbewerber Michael Fritsch. Der Grüne gratuliert ihm nach der Wahl und bietet ihm seine Unterstützung an.

Karlsfeld hat gewählt – und das Ergebnis ist ein Vertrauensbeweis in die seit 18 Jahren regierende CSU und ihren Bürgermeisterkandidaten Christian Bieberle. Die Wechselstimmung, die manche in Karlsfeld ausgemacht haben wollten, war offensichtlich zu schwach, um den Grünen Michael Fritsch ins Amt zu tragen. Karlsfeld ist eine Multikulti-Gemeinde, der Ausländeranteil ist ähnlich hoch wie in München. Trotzdem wählen die Menschen hier mehrheitlich konservativ. Dass die SPD in Karlsfeld lange dominierte, ist kein Widerspruch: Der Ortsverein stand nie für linke Politik. Insofern hat Michael Fritsch Grund, stolz zu sein, in der Stichwahl als Grüner 43,2 Prozent geholt zu haben. Mehr war wohl nicht zu holen.

Womöglich hätte Klaus Schwingeler vom Bündnis für Karlsfeld bessere Chancen gehabt. Der Quereinsteiger ohne Gemeinderatsmandat machte einen gut gelaunten Wahlkampf, der ihm viele Sympathien und Stimmen einbrachte. Mit fast 22 Prozent erzielte er einen beachtlichen Erfolg, schaffte es aber nicht in die Stichwahl. Seiner Wahlempfehlung, in der Stichwahl Fritsch zu unterstützen, folgte anscheinend nur eine Minderheit. Bieberle konnte im zweiten Wahlgang sogar deutlich mehr Stimmen gewinnen als der Grünen-Kandidat.

Das Bündnis ist ein politisches Sammelbecken, in dem es auch starke konservative Strömungen gibt. Das ist ein Teil der Erklärung. Der andere: Christian Bieberle ist politisch erfahren in der Karlsfelder Kommunalpolitik, im Ort bestens vernetzt und konnte durch seinen Beruf seine Kompetenz im Sozial- und Bauwesen unterstreichen. Das waren starke Argumente für ihn. Und er hat sich klug aufgestellt in seiner Wahlkampfstrategie.

Den Richtungswahlkampf der Gegner ließ Bieberle ins Leere laufen

Während Grüne, SPD und Bündnis für Karlsfeld die Wähler mit einem Lagerwahlkampf gegen eine vermeintlich übermächtige CSU zu mobilisieren versuchten, führte der CSU-Kandidat mit seinem „Team Bieberle“ eine Kampagne, die ihn selbst in den Mittelpunkt stellte. Alles war zugeschnitten auf eine Persönlichkeitswahl. Seine Tochter Julia erzählte im Netz von den menschlichen Qualitäten ihres Papas, die Partei trat in den Hintergrund. Eine politische Polarisierung vermied Bieberle bis zum Schluss und ließ damit den Richtungswahlkampf seiner Gegner ein Stück weit ins Leere laufen.

Auch wenn die CSU in Karlsfeld am Ruder bleibt, beginnt nun ein neues Kapitel. Der nächste Gemeinderat wird jünger sein und weiblicher. Und der neue Bürgermeister wird nicht umhinkommen, auch dem Wunsch nach Wandel Rechnung zu tragen, den mehr als 42 Prozent der Wähler mit ihrem Votum für seinen Mitbewerber klar zum Ausdruck gebracht haben. Die Karlsfelder schätzen Verlässlichkeit, aber keinen Stillstand. Was sie vom neuen Rathaus-Chef erwarten, ist ein klug gestalteter Wandel.

Diese Aufgabe will Bieberle als Teamplayer anpacken. Sich selbst sieht der 51-Jährige in der Rolle eines „Brückenbauers“, wie er sagt. Das klingt gut, ist dem Grünen Michael Fritsch aber zu wenig. „Ich erwarte vom neuen Bürgermeister, dass er darlegt, wie er sich eine zukunftsfähige Entwicklung der Gemeinde vorstellt.“ Darüber dürfte im neuen Gemeinderat noch zu reden und zu streiten sein.

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