Jugendarbeit in Dachau Tapetenwechsel

Neue KJR-Führungsriege: (v.l.) Ludwig Gasteiger, Sigrid Hofmann und Stephan Batteiger.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Der Kreisjugendring Dachau hat seine Geschäftsstelle in der Mittermayerstraße erweitert. Es gibt nun ausreichend Büros für die Mitarbeiter. Und auch personell hat sich die Arbeitsgemeinschaft neu aufgestellt

Von Walter Gierlich, Dachau

Viel getan hat sich in den vergangenen Monaten beim Kreisjugendring (KJR) Dachau - personell und räumlich. Jetzt da alles abgeschlossen ist, wird das Ergebnis mit einem Fest im Innenhof der umgebauten und erweiterten KJR-Geschäftsstelle an der Mittermayerstraße gefeiert. Mehr als 60 Personen aus Jugendorganisationen, Behörden und Politik - darunter Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) und der stellvertretende Landrat Helmut Zech (CSU) - sind an diesem Tag dabei, um die neuen Räumlichkeiten und auch die neue stellvertretende Geschäftsführerin Sigrid Hofmann kennenzulernen, aber auch um untereinander Kontakte zu knüpfen.

Der ehrenamtliche KJR-Vorsitzende Stephan Batteiger von der Sportjugend weist in seiner Begrüßungsrede darauf hin, wie wichtig ein Netz von Kontakten mit Menschen, die immer für einen da seien, wenn man sie brauche, gerade für Jugendliche sei. "Der KJR verstärkt dieses Netz", betont Batteiger und ergänzt, die KJR-Geschäftsstelle sei nicht nur ein Ort, an dem man arbeite, sondern auch ein Ort, der zeige, dass die Jugend breite Unterstützung im Landkreis habe. In den auf mehr als das Doppelte erweiterten Räumlichkeiten gibt es nun einen richtigen Konferenzraum, ein Besprechungszimmer für kleinere Runden sowie ausreichend Büros für die Mitarbeiter.

Auch im Personalbereich hat sich im Verlauf der vergangenen Monate etwas getan: Der langjährige KJR-Geschäftsführer Peter Bernard ging zum Jahreswechsel in den Ruhestand, sein bisheriger Stellvertreter Ludwig Gasteiger übernahm den Leitungsposten. Gesucht wurde ein neuer Vize, und man fand Sigrid Hofmann aus Fürstenfeldbruck. Sie ist gelernte Bürokauffrau und Diplom-Geographin. Die 37-Jährige, seit Mitte April im Amt, war schon mit sechs Jahren "Gruppenkind" bei den Pfadfinderinnen Sankt Georg. "Dann habe ich die gesamte Laufbahn absolviert, mit 14 Jahren die Leiterinnenausbildung abgelegt und mit 16 die erste eigene Gruppe geleitet", erzählt Hofmann. Anschließend folgte die Wahl in den Diözesanvorstand der katholischen Sankt-Georgs-Pfadfinderinnenschaft, dann in den erweiterten Bundesvorstand, wo sie mit 28 Jahren hauptamtliches Mitglied wurde.

Nach der Geburt des ersten Kindes arbeitete sie weiter, doch als sie 2016 Zwillinge bekam, legte sie eine Babypause ein. Zwei Jahre später sah sie im Nachbarlandkreis eine Chance zum Wiedereinstieg: "Ich kannte zwar Dachau kaum, aber als ich die Stellenausschreibung gelesen habe, habe ich gesagt: Das ist mein Job."

Beim KJR sah man das genauso und stellte sie ein. Hofmann ist nun zuständig für das Netzwerk der Jugendverbände. "Ich möchte sie gerne darin stärken, die Herausforderungen des Alltags anzugehen", erklärt sie. Denn die Rahmenbedingungen hätten sich verändert, etwa durch mehr Nachmittagsunterricht an den Schulen. "Es ist wesentlich schwieriger, Leute zu für verbindliches und längerfristiges ehrenamtliches Engagement gewinnen", betont sie. Man könne "das Ehrenamt attraktiver gestalten, wenn man ein gutes Projekt hat", glaubt sie.

Wichtig ist ihr auch, unter Jugendlichen Verständnis für Demokratie zu wecken, ihnen klar zu machen, dass sie die Gesellschaft mitgestalten können - "erst mal im Jugendverband, aber auch in der Gemeinde". Das soziale Miteinander hält Hofmann für stark in den Jugendverbänden. "Man lernt viel, knüpft Freundschaften und hat ein Netzwerk, auf das man sein ganzes Leben lang zurückgreifen kann", sagt sie. Nach ihren ersten beiden Monaten beim KJR Dachau sagt Sigrid Hofmann mit Blick auf die Zukunft: "Ich freue mich, dass ich mit den Leuten hier vieles auf den Weg bringen kann." Ihr Chef Ludwig Gasteiger ist zuversichtlich, dass das klappen wird. Er sagt: "Sigrid ist auch für Freizeiten zuständig und wer könnte das besser als jemand, der jahrzehntelang Pfadfinderin war."