Jaimie Faulkner Endgültig angekommen

Es ist schon der siebte Auftritt des Australiers in Dachau: Jaimie Faulkner begeistert erneut das Publikum in der restlos ausverkauften Kultur-Schranne.

Von Sophie Burfeind

Zu siebten Mal schon in Dachau: der Australier Jaimie Faulkner.

(Foto: Toni Heigl)

"Ausverkauft is my favourite German word", sagt Jaimi Faulkner mit einem breiten Grinsen und blickt über die vollbesetzten Tische in der Kultur-Schranne. Kein einziger Stuhl ist frei geblieben. Zum siebten Mal spielt der Singer-Songwriter aus Australien nun schon in Dachau, wo er mittlerweile eine richtige Fangemeinde hat. Deutlich wird das an den begeisterten Rufen, dem lauten Klatschen und den strahlenden Gesichtern der Zuhörer.

Zunächst eröffnet Jaimi Faulkner das Konzert allein, ohne Band, nur mit seiner Akustikgitarre. Diesen Song habe er in New Orleans geschrieben, erzählt er einleitend. Doch die ruhigen, melancholischen Anfangstakte des Liedes erweisen sich als trügerisch. Völlig unerwartet beginnt der Australier plötzlich, irre schnelle Tonfolgen aus seinem Instrument zu zaubern, so rasant, dass die Bewegung der Finger nur mehr einem einzigen Wischen gleicht. Wie beiläufig flicht er dabei Melodien der Beatles oder bekannter Rock'n'Roll-Songs mit ein. Mit diesem kurzen, aber großartigen Auftakt beweist der Musiker erneut sein Talent als Sänger und Gitarrist.

Danach betritt der Rest seiner Band die Bühne: Leon Den Engelsen (Keyboard), Judith Renkema (Bass) und Luuk Adams (Schlagzeug) aus den Niederlanden. "Bei einem meiner Auftritte dort habe ich nach einem guten DJ gefragt", erklärt der Australier, "und habe so Leon gefunden." Dieser wiederum habe mit den anderen beiden zusammengelebt. So sei die Band entstanden. Seit etwa sechs Wochen spielen die vier in dieser Konstellation.

Die mehr als zehn Lieder, die nun folgen, zeigen, welch ein breites Spektrum Faulkner mit seiner Musik abdeckt. Charakteristisch ist für ihn eine Mischung aus Blues, Folk, Pop und Country, wobei er in jedem Stück betont mehr das eine, oder das andere Genre betont. Leon Den Engelsen verleiht den Songs durch sphärische Klänge oder Mundharmonikamelodiestimmen, die er am Keyboard erzeugt, einen besonders runden, vollen Klang. Allerdings werden die Stücke dadurch poppiger.

Jaimi Faulkner singt über Liebe, wie man die Welt zu zweit erobert, über seine Heimat Australien und erzählt von seiner Kindheit. Besonders das rhythmische "Forgive and Forget" erweist sich als Ohrwurm, bei dem das Publikum begeistert mitklatscht. Beim darauf folgenden Lied fordert er die Anwesenden auf, den Refrain mitzusingen. Sehr bluesig und schön ist der Song "Highway life", den er betrunken in einem heruntergekommenen Hotel in Mississippi geschrieben habe. Darin singt er davon, wie es sich anfühlt, als Musiker stets unterwegs zu sein und durch die Welt zu reisen. Zum Schluss spielt er noch zwei Stücke allein, diesmal mit Gitarre und Mundharmonika.

Doch auch nach zweieinhalb Stunden Jaimi Faulkner scheinen die Anwesenden noch immer nicht genug von ihm zu haben. Erst nach einem beeindruckenden Finale mit zwei Zugaben, bei dem alle vier Musiker noch einmal ihr Können zeigen, neigt sich das Konzert dem Ende zu. Bei dem großen Zuspruch, den der junge Künstler an diesem Abend erfährt, glaubt man ihm gern die Worte, die er zu Beginn sagte: "Es ist großartig, wieder in Dachau zu sein.