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Inklusion:Eine Chance für die Vielfalt

Das Franziskuswerk vermittelt Schnupperpraktikanten

Die Kluft zwischen der im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung und der Lebenswirklichkeit, mit der Menschen mit Behinderung jeden Tag konfrontiert sind, ist groß. Um sie zu verringern, vielleicht sogar eines Tages zu überwinden, gibt es seit 1992 immer am 5. Mai den europäischen Protesttag zur Gleichberechtigung. Auch das Franziskuswerk in Schönbrunn nimmt seit Jahren daran teil. Und so dürfen sich auch an diesem Samstag wieder Unternehmen und Behörden ein Bild über die Fähigkeiten und Stärken von Menschen mit Behinderung machen.

Dem Franziskuswerk geht es dabei vor allem darum seinen Bewohnern ein Schnupperpraktikum zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren ging es um einen Tag in der "normalen Arbeitswelt". Die Organisation hatte immer das Franziskuswerk übernommen. Dieses Jahr will man sogar noch weiter gehen: Unter dem Motto "Integration 2018 - der Chancentag" gibt es die Möglichkeit, nicht nur am 5. Mai ein Schnupperpraktikum zu machen, sondern an einem beliebigen Tag im Jahr. "Interessierte Firmen können sich jederzeit an uns wenden, wir kümmern uns dann um die Organisation, unterstützen bei der Auswahl von geeigneten Tätigkeiten und vermitteln einen motivierten Praktikanten", bietet Valentin Schmitt, der Leiter der Schönbrunner Werkstatt für behinderte Menschen an.

In den vergangenen Jahren haben die Praktikanten in Kindergärten, Handwerksbetrieben, im Einzelhandel, in Gemeinden und bei vielen anderen Firmen mitgearbeitet. Laut Franziskuswerk waren sie immer sehr beliebt. Wer Interesse hat, kann sich auf der Internetseite www.integrationstag.de informieren. Anmeldungen werden unter Telefon 08139/8005002 oder per E-Mail unter info@integrationstag.de entgegengenommen.

Entstanden ist der Protesttag übrigens auf Initiative des Vereins Selbstbestimmt Leben, einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung. Die Teilnahme des Franziskuswerks ist vor allem auf die so genannte Vision 2030 zurückzuführen, mit der sich die Organisation auf den Weg gemacht hat, die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu verwirklichen.

© SZ vom 05.05.2018 / cb
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