Hohe Resonanz "Das machen wir wieder"

Der erste Christkindlmarkt in der Neuen Mitte von Karlsfeld übertrifft trotz schlechten Wetters alle Erwartungen

Von Christiane Bracht, Karlsfeld

Organisator und Wirtschaftsförderer Peter Freis ist begeistert: "Der Christkindlmarkt in Karlsfeld ist hervorragend gelaufen. Ich war überrascht, ja fast schon überwältigt von der Resonanz", sagt er. An die 2000 Besucher sind am zweiten Adventswochenende zum "Karlsfelder Hüttenzauber" auf den Bruno-Danzer-Platz gekommen. "So viele habe ich nicht erwartet", gibt Freis offen zu. "Vielleicht die Hälfte oder Zweidrittel." Im Vorfeld hegten viele große Zweifel daran, ob ein Christkindlmarkt angenommen würde, sogar der Wirtschaftsförderer.

Der Nikolaus hat alle angelockt: Groß und Klein kamen zum ersten Karlsfelder Christkindlmarkt in der Neuen Mitte, um dabei zu sein, wenn der Heilige Geschenke verteilt.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Auch die Vizepräsidentin des TSV Eintracht Karlsfeld, Birgit Piroué, die in den vergangenen Jahren mit mehreren Abteilungen des Vereins und viel Engagement der Sportler einen kleinen Markt am See organisiert hatte, war sich nicht sicher, ob es gelingen würde, die Karlsfelder in die Neue Mitte zu locken. Denn manch ein Verein ist in der Vergangenheit mit seinen Festplänen mehr oder weniger gescheitert. "Die Karlsfelder sind Pendler", sagt Freis. Doch diesmal überwog offenbar die Neugier. "Es war wunderschön", schwärmt Piroué. "Eine der schönsten Veranstaltungen in Karlsfeld." Und Bürgermeister Stefan Kolbe verkündet sofort mit fester Stimme: "Das machen wir wieder. Das steht schon fest."

Familien und Singles trafen sich an den Ständen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

"Das schönste war, dass alle im Ort dabei waren: Vereine, Bürger und Firmen", sagt Freis. "Es hat einfach Spaß gemacht." Zunächst hatte man ja überlegt, auch Schausteller mit einzubinden. Doch nachdem die Vorstellungen über das Angebot weit auseinandergingen - die meisten professionellen Händler wollten Getränke oder Essen verkaufen - beschloss die Gemeinde, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und alle im Ort einzubeziehen, die bereit waren mitzumachen. Eine gute Entscheidung, findet Freis. "Wir kommen gut ohne Profis zurecht."

Man kam ins Gespräch und genoss Glühwein und Bratwurst.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

21 Hütten waren aufgebaut. Von Weihnachtsschmuck, über Spielzeug bis hin zu Windlichtern und Gebasteltem aus Treibholz konnten die Besucher an den Ständen entdecken. Manch einer fand auch ein passendes Weihnachtsgeschenk für seine Lieben. Es gab nicht nur Glühwein, Bratwürste und gebrannte Mandeln, sondern auch ein abwechslungsreiches Programm auf der Bühne: singende Schüler, Orchester und Weihnachtsgeschichten. "Wir haben die Messlatte sehr hoch gelegt. Ich habe noch keine negative Kritik gehört", freut sich der Wirtschaftsförderer. "Der Platz war schön belebt, nicht so kahl und hässlich wie sonst", lobte Piroué. Die Sportler freuten sich vor allem darüber, dass nicht nur Vereinsmitglieder da waren, sondern auch viele Leute vorbeikamen, die sicher nicht zum See gefahren wären. Vor allem mit neu Zugezogenen sei man leicht ins Gespräch gekommen, sagt Piroué. Viele hätten sich für Schnupperkurse interessiert, einige auch für eine Vereinsmitgliedschaft. Und ganz nebenbei konnten TSV, Musikgruppen und andere Klubs ihre Kassen füllen. Auch im nächsten Jahr wollen die Sportler wieder dabei sein, wenn der Nikolaus in die Neue Mitte kommt.

"Hätte die Gemeinde den Christkindlmarkt nicht organisiert, wäre er vermutlich ausgefallen", gibt Piroué zu. Nicht weil der TSV die Arbeit gescheut hätte, sondern weil der Wind zu heftig wehte. "Unsere Hütten sind bei weitem nicht so massiv, wie die, die die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat", sagt die Vizepräsidentin. Odelzhausen hatte Karlsfeld geholfen. Beide Gemeinden sind Mitglied der Westallianz, Bürgermeister Markus Trinkl hatte seinem Kollegen Kolbe die Hütten geliehen.

Doch ganz kostenfrei war der Markt nicht. So musste die Gemeinde Beleuchtung und zwei Torbögen für den Eingang anschaffen. Außerdem war eine Überdachung für die Bühne nötig und für den laufenden Betrieb orientieren sich die Kosten an der Kulturveranstaltung "Seh am See", so Freis. Dafür hatte Karlsfeld etwa 5000 Euro in den Haushalt eingestellt, gebraucht wurden ungefähr 3500 Euro.

"Es ist wichtig, dass die Gemeinde immer wieder solche Veranstaltungen macht", sagt Freis. Nur so könne sich das Image von Karlsfeld ändern. Anders als in Dachau gibt es keinen historischen Kern, mit dem sich die Leute identifizieren. Und bei einem so starken Zuzug sei es einfach schwierig, eine Gemeinschaft aufzubauen. Umso mehr sei die Kommune gefordert, "auf die Leute zuzugehen". Das Stadtmarketing stecke in Karlsfeld noch in den "Kinderschuhen", doch er gebe gern "Starthilfe". Und so will der Wirtschaftsförderer für den nächsten Hüttenzauber bereits im Januar ein Komitee gründen, in dem Techniker, die Verwaltung, einige Vertreter der Engagierten Unternehmergemeinschaft Karlsfeld (EUG), der Bauhof und einige Vereine sitzen. Auf diese Weise könne man gemeinsam Verbesserungen planen. Das Konzept soll aber so beibehalten werden, sagt Freis. "Es soll ein Karlsfelder Fest bleiben." Und wenn das Wetter im Dezember 2019 besser wird, kann die Feuershow ja vielleicht dann stattfinden. Heuer musste sie wegen Regens abgesagt werden.