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Hilfe für Religionsgemeinschaft:Lagergemeinschaft schreibt an Putin

Der Verein verurteilt die Verfolgung von Zeugen Jehovas in Russland

Die Lagergemeinschaft Dachau beobachtet mit großer Sorge die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Russland. Dort gilt die Religionsgemeinschaft seit 2017 als terroristische Organisation. Staatliche Behörden gehen nun laut Medienberichten seit einigen Wochen besonders hart gegen die Zeugen Jehovas vor. Dem will die Lagergemeinschaft nicht tatenlos zusehen und hat nun dem russischen Präsident Wladimir Putin, der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem Außenminister Heiko Maas (SPD) und Generalkonsul der Russischen Föderation in München jeweils ein Schreiben gesendet, in dem sie ihren Unmut über das Vorgehen der russischen Behörden ausdrückt. "Wir bitten den russischen Präsidenten und die deutsche Regierung ihren Einfluss geltend zu machen, dass Angehörige der Zeugen Jehovas die in der russischen Verfassung garantierte Rechte erhalten", teilt Guido Hassel von der Lagergemeinschaft Dachau mit.

Die Lagergemeinschaft Dachau wurde 1946 von ehemaligen Häftlingen des KZ gegründet. Sie versteht sich als Sprachrohr der vielen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Unter den Opfern der Nazis im KZ Dachau waren auch hunderte Zeugen Jehovas. "Das Nie Wieder ist uns Aufgabe und Verpflichtung", schreibt Hassel. Beunruhigende Mitteilungen aus Russland zeigten, "dass das Leben und die Gesundheit einzelner Angehörigen der Religionsgemeinschaft von Staatsbediensteten durch Folterungen und äußerster Brutalität gefährdet werden". Die Lagergemeinschaft habe sich daher entschlossen, den vier Politikern zu schreiben. In dem Brief an Putin heißt es, es sei nicht nachvollziehbar, dass die friedliebende Religionsgemeinschaft in Russland mit Terrororganisationen gleichgestellt werde. Russland solle den Zeugen Jehovas die Ausübung ihrer Religion gewähren. "Hören Sie auf das Nie Wieder der KZ-Überlebenden und KZ-Opfer aus Dachau."

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