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Helios Amperklinik:Kritik an der Klinikleitung

Freie Wähler Dachau fordern mehr Kontrolle durch Kreisgremien

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler Dachau sieht sich nach den Berichten über den Weggang des Pflegedirektors am Dachauer Klinikum in ihrer Entscheidung bestätigt, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigert zu haben. Fraktionsvorsitzender Sebastian Leiß hatte in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses gegen die Entlastung votiert. "Am Klinikum ist eben nicht alles in Ordnung - anders als uns Klinikleitung und Landrat suggerieren wollen", so Leiß über den erneuten Personalwechsel in einer Führungsposition. Leiß kommt zu dem Schluss, dass Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsleitung nicht für Kontinuität am Klinikum sorgen können. Deshalb müsse der Landkreis mit seinen Gremien stärker auf seine Aktionärsrechte pochen und für mehr Kontrolle sorgen.

Noch Ende Juni habe das Klinikum in einer Pressemitteilung darüber berichtet, dass im neu geschaffenen Klinikbeirat ein "intensiver Austausch zur aktuellen Personallage in Dachau" stattgefunden habe. Dort herrsche eine "vertrauliche Atmosphäre". "Die Berichte über die Art der Demission des Pflegedirektors vermitteln jedoch einen gegenteiligen Eindruck", so Leiß. Er geht davon aus, dass der Beirat über den vermutlich sich schon damals abzeichnenden Personalwechsel nicht unterrichtet worden sei. Darüber hinaus seien alle Mitglieder des Beirats zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet, sogar gegenüber den dort nicht vertretenen Kreisräten. Der Klinikbeirat sei deshalb wie befürchtet ein Gremium ohne Informations- und Mitwirkungsrechte, dem auch der Landrat als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender nicht angehöre. "Die Kontrolle des Kreistags wird durch die Geheimhaltungspflicht stark eingeschränkt", betont Leiß. Er fordert deshalb erneut einen Krankenhausausschuss, der unabhängig vom Helios-Konzern einberufen werden und entscheiden könne.

© SZ vom 25.07.2018 / SZ

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