Heinz Ratz in Dachau Musik für eine bessere Welt

Er schaut nicht weg: Der Liedermacher Heinz Ratz läuft für Obdachlose, schwimmt für Umweltverbände und radelt für Flüchtlinge. Jetzt gastiert er in Dachau.

Von Melanie Staudinger

Der Liedermacher Heinz Ratz nennt sich auf seiner Internetseite selbst "El Ratz". Das süddeutsche Wort für Ratte, das für ihn folgende Bedeutung hat: aus der Gosse, die Augen gerichtet aufs Unheilvolle. Ratz tut genau das. Er schaut da hin, wo andere lieber wegblicken. Mit seinen Liedern und seinen Aktionen macht er auf das aufmerksam, das andere lieber verdrängen.

Heinz Ratz tritt mit "Strom und Wasser" im selbstverwalteten Jugendzentrum Freiraum in Dachau in der Brunngartenstraße auf.

(Foto: www.joergensen.com)

In seinem "moralischen Triathlon" lief er 2008 zunächst von Dortmund nach München für Obdachlose, schwamm vor zwei Jahren 1000 Kilometer in deutschen Flüssen für Umweltverbände und fuhr schließlich Anfang diesen Jahres 7000 Kilometer quer durch Deutschland mit dem Fahrrad. Die Spenden, die Heinz Ratz während dieser Tour sammelte, gingen an Flüchtlinge.

20 000 Besucher kamen zu seinen Konzerten, sie gaben etwa 30000 Euro. Am Freitag, 15. Juli, nun tritt Heinz Ratz mit seiner Band Strom und Wasser in Dachau auf. Genauer gesagt im selbstverwalteten Jugendzentrum Freiraum. Die gebürtige Dachauerin Nadja Tamela Ilonka Mair hat das Konzert organisiert.

Die 26-Jährige lernte Ratz während seiner Radtour für eine bessere Flüchtlingspolitik kennen. Der Kieler ist momentan ohnehin in Bayern unterwegs, und er fragte sie, ob sie nicht einen Auftrittsort für ihn wisse. Mair dachte sofort an den Freiraum, den Verantwortlichen gefiel die Idee.

"Seine Musik passt da einfach rein", sagt sie. Die Lieder vereinen die Ziele des Freiraums in sich, den Versuch, die Welt ein bisschen besser zu machen mit Kultur. Sie regen an zum Nachdenken, zum Sinnieren über den Umgang der Menschen untereinander, der von Zeit zu Zeit doch mehr als eisig ist.

Die Musik von Ratz - das ist eine Mischung aus Jazz, Ska und Folklore. Ein "Acoustic Punk Cabaret" wartet auf die Zuhörer am kommenden Freitag. Die Texte gehen unter die Haut. In "Die schlafende Armut" singt er: "Ihr Reichen, ihr Schönen, ihr immer Gerechten, ihr feiert euch selber voll Leidenschaft. Aber hört ihr den Ruf aus den dreckigen Nächten? Auch die schlafende Armut - auch die Armut hat Kraft!"