Der Hebertshausener Bürgermeister Richard Reischl ist mit dem Menschenrechtspreis der Stiftung Pro Asyl ausgezeichnet worden. Der 48-Jährige ist einer von drei Preisträgern. Bei der Preisverleihung am Samstag in Frankfurt am Main hoben die Laudatorinnen und Laudatoren „die Beharrlichkeit, Menschlichkeit und Solidarität“ der Ausgezeichneten hervor – „gerade in Zeiten, in denen Schutzsuchende oft nicht als Chance, sondern als Problem gesehen werden“, heißt es in der Pressemitteilung von Pro Asyl.
Der WDR-Journalist Herbert Kordes sagte in seiner Laudatio: „Es ist die innere Haltung, auf die es ankommt. In diesem Fall die innere Haltung des Bürgermeisters, der, wo auch immer er ist, signalisiert: Ihr müsst keine Angst haben – wir kriegen das hin. Mit Engagement. Mit Offenheit. Und Menschlichkeit.“ Reischl sei „einer der gradlinigsten Menschen, die ich kenne“, sagte Kordes. Er habe „einen klaren Kompass und seine Grundhaltung ist geprägt von Zugewandtheit, Freundlichkeit, Optimismus und Mut“.
Reischl selbst sagte, dass die Auszeichnung ihm als Bürgermeister nur zum Teil gebühre, vor allem aber dem Helferkreis Asyl und dessen Koordinator Peter Barth sowie der Bevölkerung von Hebertshausen. Diese habe ihre zum Teil vorhandenen anfänglichen Ängste überwunden und lebe nun „Verständnis, Vertrauen, Menschlichkeit und Menschenrecht“. Mit Blick auf die relativ niedrigen Wahlergebnisse der AfD in seiner Gemeinde sagte der Bürgermeister: „Die Wählerschaft der AfD reduziert man nicht, indem man genauso spricht wie ein AfDler, sondern wenn man handelt und Ängste abbaut.“
Reischl ist 2014 und 2020 als Mitglied der CSU zum Bürgermeister von Hebertshausen gewählt worden. Der gelernte Elektrotechnikmeister ist seit 2013 Mitglied im Helferkreis Asyl Hebertshausen. Die Gemeinde und ihr Bürgermeister sind wegen der besonders flüchtlingsfreundlichen Haltung bundesweit bekannt geworden. Im April dieses Jahres ist Reischl aus der CSU ausgetreten. Bei der Kommunalwahl am 8. März will er als parteifreier Kandidat wiedergewählt werden.
Neben Reischl sind Johannes Borgetto vom Koordinationskreis Asyl Darmstadt und Region und Immaculate Chienku vom Verein Refugees Emancipation aus Potsdam mit dem Pro-Asyl-Menschenrechtspreis 2025 ausgezeichnet worden.

