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Flüchtlinge in Hebertshausen:"Der ideale Standort"

Die Flüchtlingsunterkunft in Deutenhofen wird aufgestockt. Auch im sozialen Wohnungsbau soll jetzt mehr geschehen.

Nachdem Woche für Woche weitere Flüchtlinge in den Landkreis kommen, müssen die Unterkünfte in den Gemeinden aufgestockt werden. So auch in Hebertshausen, wo seit 2013 im ehemaligen Altenheim Deutenhofen 62 Asylbewerber leben. Nun werden im bisher leer stehenden Trakt dieses Privatanwesens weitere 27 Wohnplätze geschaffen. Unberührt von dieser Erweiterung bleibt der historische Schlossflügel, in dem der Verein Haus des Lebens junge Mütter mit ihren Kindern in Notlagen betreut. Den Ausbau der Flüchtlingsunterkunft hat der Gemeinderat einstimmig gebilligt. Bereitgestellt hat Hebertshausen auch bereits ein Grundstück, auf dem ein Gebäude für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge entsteht. Ein Projekt, das Vorlaufzeit braucht. Jugendliche Asylbewerber werden laut Bürgermeister Richard Reischl (CSU) zwischen Mai und Juli 2016 erwartet.

Hebertshausen bleibt seiner Strategie treu, rechtzeitig zu reagieren und vorausschauend zu planen. Denn absehbar ist, dass die Gemeinde weitere Kapazitäten stellen muss, wenn wie nach aktuellster Einschätzung bis Ende 2016 im Landkreis bis zu 3000 Asylbewerber leben werden. Bislang war das Landratsamt noch von einer Zielmarke von 2400 Flüchtlingen ausgegangen. Die Aufstockung von Deutenhofen, das als ehemaliges Altenheim von der Gebäudestruktur perfekt geeignet ist, befürwortet auch der Gemeinderat. "Das ist der ideale Standort", so FW-Gemeinderat Martin Gasteiger. Vom äußerst engagierten Helferkreis wird die Erweiterung mitgetragen, informierte der Bürgermeister.

Was jetzt noch fehlt, ist ein sogenannter Kümmerer

Nachdrücklich forderten die Ehrenamtlichen jedoch, dass endlich ein sogenannter "Kümmerer" als Ansprechpartner eingestellt wird. Bislang schultern die Freiwilligen des Helferkreises alle entscheidenden Integrationsaufgaben alleine. Tatsächlich wird der Landkreis von 2016 an für Deutenhofen eine Stelle schaffen. Voraussichtlich wird ein bereits mit Unterkunft wie Bewohnern bestens vertrautes Mitglied des Helferkreises diese Aufgabe beruflich übernehmen. "Zwei Bewerbungen liegen im Landratsamt vor", sagte Reischl.

Dem Gemeinderat ist bewusst, dass es mit der kurzfristigen Unterbringung von Flüchtlingen nicht getan ist. Die Gemeinde könnte in Zukunft rasch in die Bredouille kommen, weil Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge fehlen, sagte Martin Gasteiger (FW). Schon bei den Haushaltsberatungen soll sich der Gemeinderat mit sozialem Wohnungsbau beschäftigen, forderte er. Die Gemeinde müsse preiswerten Wohnraum schaffen, "für alle Bürger", betonte auch SPD-Sprecherin Marianne Klaffki, die vom Freistaat eine Aufstockung der Fördermittel wie auch eine Reduzierung der Bauvorschriften forderte. Sozialer Wohnungsbau, kündigte der Bürgermeister an, "wird bei der Klausurtagung des Gemeinderats ein Schwerpunktthema".

© SZ vom 20.11.2015 / pes/gsl
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