Der Alarm nach dem schweren Busunfall am vergangenen Mittwoch ist in der zuständigen Rettungsleitstelle Fürstenfeldbruck um 12.30 und 41 Sekunden eingegangen. Vier Minuten später rückte ein Fahrzeug der Ampermochinger Feuerwehr aus, um 12.37 Uhr war es als erstes an der Unfallstelle.
„Glücklicherweise waren sie gerade zufällig zu dritt im Gerätehaus“, berichtet Maximilian Reimoser, Sprecher der Kreisbrandinspektion Dachau. Vier weitere Feuerwehrmitglieder seien kurz darauf eingetroffen, sodass das erste Fahrzeug mit sieben Einsatzkräften besetzt war. „Wir haben ja ein ehrenamtliches System, die Leute müssen erst mal kommen, sich umziehen und können dann ausrücken“, betont er.

Auch die Feuerwehr Haimhausen ist um 12.34 Uhr ausgerückt, wegen des längeren Fahrwegs zur Unfallstelle sei sie um 12.40 Uhr dort eingetroffen, „die müssen quer durch den Ort“, so Reimoser. Innerhalb der vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten, „hatten wir vier Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren vor Ort“.
Dass ein Ersthelfer dennoch den Eindruck hatte, es habe lange gedauert, bis professionelle Hilfe kam, kann Reimoser nachvollziehen. „Für jeden Menschen, der auf Hilfe wartet, ist jede Sekunde eine zu viel“, betont er. Wie viele Laien-Ersthelfer zu dem Zeitpunkt da waren, darauf habe niemand so genau geachtet, es galt, Leben zu retten. Er habe bei den Ersteintreffenden nachgefragt, sie sprachen von drei bis vier unbeteiligten Fahrzeugen, die angehalten hätten.
Alle Zeiten exakt erfasst
Dass die Ankunftszeiten der professionellen Helfer so exakt nachzuvollziehen sind, liegt an der Technik in der Integrierten Leitstelle in Fürstenfeldbruck. Dort ist man zuständig für die Einsätze des Rettungsdienstes und die Alarmierung der Feuerwehren in den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg. Alles werde automatisch erfasst, erklärt Leiter Florian Christner. Daher weiß er auch, dass der erste Rettungsdienst, ein Notarzt, nach zehn Minuten am Unfallort war. „Das ist ja ein entlegenes Eck da draußen“, sagt er.
Im Gegensatz zu den Feuerwehrfahrzeugen, die in den Gerätehäusern in der Regel vor Ort stehen, sind Rettungsfahrzeuge meist weiter entfernt. Dafür habe der Disponent in der Integrierten Leitstelle aber stets den Überblick über den aktuellen Standort aller Fahrzeuge: „So ist sichergestellt, dass das nächstgelegene Einsatzmittel kommt“, erklärt Christner.
Automatische Handy-Ortung
Kein Problem sei es auch, wenn der Unfallort, wie im aktuellen Fall, außerhalb der Ortschaft liege, wo es keine Hausnummern gebe. Denn mittels eines Geo-Informationssystems würden die GPS-Daten des Handys, von dem die Alarmmeldung abgesetzt wurde, ebenfalls automatisch erfasst.
Letztendlich waren bei dem Busunfall am Mittwoch laut Christner zehn Rettungswagen, ein Krankentransporter, der zufällig in der Nähe war, zwei Fahrzeuge vom Katastrophenschutz, vier Hubschrauber und zwei Kinder-Notärzte im Einsatz. Insgesamt neun Patienten seien in Krankenhäuser gebracht worden, alle Bus-Insassen seien untersucht worden.

