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Hans Bergemann im Gespräch:"Die Grippe ist eine schwere Erkrankung"

Hans Bergemann, Abteilungsleiter des Gesundheitsamts, erklärt, wer sich impfen lassen sollte - und warum die Grippe so gefährlich ist.

Julia Kayser

Mit den sinkenden Temperaturen steigt wieder die Zahl der Erkrankungen. Anfang des Jahres hält auch die saisonale Grippewelle wieder ihren Einzug. Schon seit September ist es möglich, sich dagegen impfen zu lassen, die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen. Hans Bergemann, Abteilungsleiter des Gesundheitsamts, erklärt warum eine Impfung so wichtig ist.

Hans Bergemann: "Wer bisherige Impfungen wie Polio oder Tetanus vertragen hat, wird auch die Grippeimpfung problemlos überstehen."

(Foto: Toni Heigl)

SZ: Herr Bergemann, wer sollte sich gegen die Grippe impfen lassen?

Hans Bergemann: Für Risikogruppen, also Menschen mit einem Grundleiden (zum Beispiel chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- und Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten), Kleinkinder und alle Personen über 60, sowie Menschen, die viel in Kontakt mit anderen Menschen stehen oder die beruflich mit Kranken zu tun haben ist die Impfung besonders wichtig. Neu ist seit diesem Jahr die Impfempfehlung für Schwangere, da die Erkrankungssymptome bei ihnen besonders schwer ausfallen. Aber empfehlenswert ist sie eigentlich für jeden.

SZ: Was ist so bedrohlich an der Grippe?

Bergemann: Die Grippe ist eine schwere Erkrankung, die leider häufig unterschätzt wird. Sie hat nichts mit dem banalen grippalen Infekt beziehungsweise der Erkältung zu tun. Es ist leider eine Tatsache dass jährlich zwischen 5000 und 15.000 Menschen in Deutschland an der echten Grippe sterben, obwohl man diese Erkrankung mit einer Impfung verhindern könnte.

SZ: Gibt es besondere Nebenwirkungen die nach einer Grippeimpfung auftreten können?

Bergemann: Nein. Wer bisherige Impfungen wie Polio oder Tetanus vertragen hat, wird auch die Grippeimpfung problemlos überstehen. Natürlich können nach jeder Impfung kleinere Beschwerden, wie Schmerzen an der Injektionsstelle auftreten, aber es gibt keinen Grund zur Sorge dass sich nach einer Grippeimpfung schlimmere Nebenwirkungen bemerkbar machen.

SZ: Was sollte man nach einer Impfung beachten?

Bergemann: Wie bei jeder Impfung sollte man sich auch nach der Grippeimpfung nicht unbedingt körperlich anstrengen. Ansonsten gibt es nichts zu beachten.

© SZ vom 22.11.2010/bica

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