SZ-Adventskalender:Seltene Lichtblicke

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SZ-Adventskalender: Die Privatinsolvenz soll Maria R. helfen, ihrer Schulden Herr zu werden.

Die Privatinsolvenz soll Maria R. helfen, ihrer Schulden Herr zu werden.

(Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Maria R. hat Schulden und leidet an einer Depression. Wegen eines Streits mit ihrem Vermieter musste sie nun auch noch umziehen. Der SZ-Adventskalender will helfen, ihr beschwerliches Leben etwas zu erleichtern.

Von Eva Waltl, Haimhausen

Im Leben der 65-jährigen Maria R. (Name von der Redaktion geändert) aus Haimhausen ist es still geworden. Die finanziellen Verbindlichkeiten stehen ihr bis zum Kopf. Die Privatinsolvenz soll ihr helfen, ihrer Schulden Herr zu werden. An Geld mangelt es an allen Ecken. Doch vor allem der fehlende soziale Kontakt macht der an Depressionen leidenden Rentnerin sehr zu schaffen. Der Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung will helfen, ihr beschwerliches Leben etwas zu erleichtern.

Maria R. war Mitte 20, als sie heiratete. Sie lebte in einem großen Haus mit Garten, bekam zwei Kinder und träumte von einem schönen Familienleben, erzählt sie. Aber ihre Realität war eine andere. "Ich hatte keine gute Ehe", sagt Maria R. Ihr Ex-Mann war und ist immer noch alkoholsüchtig, die Beziehung war von psychischem Terror gezeichnet. Die Last lag alleine auf ihren Schultern. An eine Scheidung wollte sie der Kinder wegen aber lange Zeit nicht denken. Außerdem waren ihre Schwiegereltern auf ihre Hilfe angewiesen. Erst als die Kinder erwachsen waren, wagte Maria R. den Schritt und ließ sich scheiden.

"Es ist als zweifache Mutter auch nicht einfach, alleine zu sein", sagt sie. Aber ihr "seelisches Gleichgewicht" sei ihr letztlich wichtiger gewesen als die Angst und Materielles. Denn mit Verlassen des Ehelebens, verlor sie auch das Haus, den Garten, "alles, was schön in meinem Leben war," erinnert sie sich.

Von ihrem Ersparten ist nichts mehr übrig

Nun musste die Rentnerin erneut ihr Zuhause verlassen. Streit mit dem Vermieter und die hohe Miete seien der Grund gewesen, erzählt Maria R.: "Seit einem Jahr werde ich von dem Vermieter gemobbt." Der Alltag der Rentnerin wurde immer grauer und ihre Depression stärker. Ein Gerichtsurteil entschied letztendlich, dass die Rentnerin ihr Zuhause verlassen muss.

Nun lebt sie in einer kleineren Wohnung. Die Kosten für den Umzug bedeuten für Maria R. abermals Schulden. Von ihrem Ersparten ist nichts mehr übrig. Doch mehr als das finanzielle Leid, macht der Rentnerin ihre Einsamkeit zu schaffen. Freunde hätten sich von ihr abgewandt, erzählt sie: "Es war eine schwierige Zeit. Nun bin ich sehr einsam." Ihre Depression verschlimmert sich. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben: ihr Hund und ihre Tätigkeit als Babysitterin. "Der Hund ist mir Gesellschaft und hält mich fit", sagt die 65-Jährige. Außerdem freue sie sich über das gelegentliche Quatschen mit anderen Hundebesitzern und die Zeit mit der Familie, deren Sohn sie betreut. Sonst ist es in ihrem Leben eher still.

Die alltäglichen Kosten, die Miete, der Umzug, der Rechtsanwalt fressen die Rente von Maria R. beinahe gänzlich auf. "Hin und wieder werde ich von meinen Kindern eingeladen, dann komme ich wieder etwas raus", erzählt sie. Vergangene Woche war sie mit ihrem Sohn auf dem Weihnachtsmarkt. "Das sind meine Lichtmomente." Große Anschaffungen kann die Rentnerin nicht stemmen. Nun benötigt sie dringend Unterstützung für die Kosten eines neuen Ofens und der Arbeitsplatte in der Küche. Der SZ-Adventskalender will ihr dabei helfen.

"Die Privatinsolvenz dauert noch zwei Jahre lang", sagt Maria R.. Sie freut sich auf eine schuldenfreie Zukunft, wofür sie sich wünscht, "auch einmal etwas Glück zu haben im Leben".

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