Hagebaumarkt:Der Branchenriese expandiert

Die HEV-Gruppe eröffnet in Dachau-Ost einen weiteren Hagebaumarkt und übernimmt die Beschäftigten von "Praktiker".

Von Robert Stocker

Hagebaumarkt: Neue Adresse für Heimwerker: Der Hagebaumarkt eröffnete im Gewerbegebiet Dachau-Ost am Standort des ehemaligen Praktiker-Marktes.

Neue Adresse für Heimwerker: Der Hagebaumarkt eröffnete im Gewerbegebiet Dachau-Ost am Standort des ehemaligen Praktiker-Marktes.

(Foto: joergensen.com)

Im Gewerbegebiet Schwarzer Graben in Dachau-Ost gibt es neben Obi wieder einen zweiten Baumarkt. Die Heimwerkermarkt-Verwaltungs GmbH (HEV) hat am Montagabend am Standort des ehemaligen Praktiker-Marktes einen Hagebaumarkt eröffnet. Die HEV-Gruppe betreibt damit 18 Niederlassungen in Bayern und ist mit jetzt 16 Hagebaumärkten im Großraum München der größte Baumarktbetreiber in der Region. "Dachau war bisher noch eine Lücke", sagte Raimund Schmidt von der MBS Baumarkt Service GmbH, die Dienstleistungen für Baumarktbetreiber wie die HEV-Gruppe übernimmt.

Die Münchner Heimwerkermarkt Verwaltungs GmbH entschied sich im Herbst vergangenen Jahres, im Gewerbegebiet Dachau-Ost einen Hagebaumarkt zu errichten. Der ehemalige Praktiker-Markt in der Kopernikusstraße 6 wurde seit Januar umgebaut und modernisiert. Auf einer Verkaufsfläche von 10 000 Quadratmetern bietet der Markt mehr als 60 000 Artikel in den Bereichen Bauen, Heimwerken und Garten an. Der Gartenbereich wird im Vergleich zum Praktiker stark ausgebaut. Mit Gartenmöbeln, Gartentechnik, Holz, Pflanzen und Gartenaccessoires sind dort fünf Fachmärkte unter einem Dach vereint. Zu ihren Stärken zählt die HEV die Möglichkeit, die Märkte an die lokalen Gegebenheiten und die Bedürfnisse der Kunden im Großraum München anzupassen. "Als lokal verwurzeltes Unternehmen können wir verstärkt auf Zulieferer der Region zurückgreifen", sagt HEV-Geschäftsführer Burkhard von Fritsch. Dies sei allein bei den Pflanzen mit Blick auf die Frische ein großer Vorteil.

Die HEV-Gruppe hat mittlerweile fast alle Obi-Märkte in der Region auf das Label Hagebau umgestellt. Der Obi in Dachau ist eine Ausnahme. Hagebau ist ein Verbund von 360 mittelständischen Unternehmern, die im Baustoff-, Holz- und Fliesenhandel tätig sind. Die Handelsgesellschaft kann sich auf 1600 Standorte stützen. Für den Standort in Dachau sprach das funktionierende Gewerbeareal mit einem großen Einzugsgebiet. Im Vergleich zum Praktiker setzt Hagebau auf noch mehr Service. So gibt es einen Maschinen- und Anhängerverleih, einen Lieferservice und Schlüsseldienst. Kunden können sich Hölzer und Bretter zuschneiden oder auch Farben mischen lassen. Das Verkaufsteam besteht aus 50 Mitarbeitern. Die HEV-Gruppe übernahm alle Beschäftigten des ehemaligen Praktiker-Marktes.

Deren Schicksal war lange Zeit ungewiss. Die Baumarktkette Praktiker geriet im Frühjahr 2013 in heftige Turbulenzen. Selbst Rabattaktionen wie "20 Prozent auf alles" verfingen nicht mehr. Im Sommer beantragte das Unternehmen Insolvenz. Für die 20 000 Beschäftigten in 430 Märkten bedeutete das den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze. Sie hatten schon ein Jahr zuvor die schlechte Finanzlage der Baumarktkette am eigenen Leib gespürt: Unternehmen und Gewerkschaft einigten sich auf Abstriche beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Herbst 2013 aber sah es so aus, als gäbe es doch noch einen Hoffnungsschimmer. Auf einem Plakat in der Dachauer Niederlassung informierte das Unternehmen die Kunden, dass der Baumarkt von Max Bahr übernommen werde. Bahr war ein traditionsreicher und ertragsstarker Baumarkt, der 2006 von der Praktiker-Kette übernommen wurde und als selbständige Marke erhalten blieb. Sie sei, teilte die Praktiker AG in Hamburg mit, nicht von der Insolvenz des Mutterkonzerns betroffen. Kurze Zeit später musste aber auch das Tochterunternehmen Insolvenz anmelden. Der Grund: Warenkreditversicherer zogen ihre Zusage zurück, für die Bezahlung der gelieferten Ware zu garantieren.

© SZ vom 25.03.2014
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