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Grundschule Augustenfeld:Notlösungen unerwünscht

Dialog statt Konfrontation: Der Elternbeirat der Grundschule Augustenfeld fordert ein Konzept für die Zukunft von Mittagsbetreuung und Ganztagszug. Über das Vorgehen der Schulleiterin ist er mehr als verwundert.

Mittagsbetreuung oder Ganztagszug an der Grundschule Augustenfeld - vor diese Alternative will Elternbeiratsvorsitzende Piroska Kneuer erst gar nicht gestellt werden. Die Schule brauche beides. Die Mittagsbetreuung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) laufe gut, die Kinder gingen dort gerne hin und die Eltern seien darauf angewiesen, sagt sie.

Der Elternbeirat der Grundschule Augustenfeld will endlich Planungssicherheit: Er fordert die Beibehaltung der Mittagsbetreuung und mehr Platz für den Ganztagszug.

(Foto: Toni Heigl)

"Eine Mittagsbetreuung gehört einfach zu einer Grundschule dazu", so Kneuer. Die Elternsprecherin betont aber gleichzeitig: "Wir sind nicht gegen die Ganztagsschule, wenn ausreichend Platz vorhanden ist."

Und das ist gerade der Knackpunkt - die Raumkapazitäten reichen nämlich nicht aus. Rektorin Helga Schiller wandte sich in der vergangenen Woche mit einem Brief an Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) und Dachaus Stadträte. Darin kündigt sie an, dass sie den Ganztagszug an ihrer Schule nicht weiter ausbauen könne, weil Räume fehlten.

Schillers Vorschlag: Wenn die Mittagsbetreuung aus den drei Räumen der Hausmeisterwohnung ausziehen würde, könne dort eine weitere Ganztagsklasse untergebracht werden. Die Stadtratsfraktionen von ÜB und SPD wollen beide Angebote beibehalten. Die SPD beantragte, zu prüfen, ob sich die Schule um ein Stockwerk erweitern lasse. Die ÜB stellte die Anfrage, ob die Grundschule nicht freie Kapazitäten an der Ludwig-Thoma-Mittelschule nutzen könne.

Schiller begründet ihren Vorstoß indes damit, dass in der Mittagsbetreuung weniger Kinder für einen kürzeren Zeitraum untergebracht seien als in einer Ganztagsklasse. Derzeit gibt es eine dritte Jahrgangsstufe, die bis in den Nachmittag unterrichtet wird. Im kommenden Schuljahr wollte die Rektorin ebenfalls wieder mit einer dritten Klasse starten. 37 Anmeldungen gebe es bisher.

Kneuer hingegen wundert sich über die Argumentation. "Die gleiche Diskussion hatten wir im vergangenen Jahr auch", sagt sie. Schon damals sei es darum gegangen, die Mittagsbetreuung aus der Schule zu vertreiben. Und schon damals habe der Elternbeirat deren Notwendigkeit unterstrichen und sich für den Fortbestand eingesetzt.

Erst wenige Wochen vor Schuljahresbeginn erfuhren die Eltern, dass es die Einrichtung weiter geben wird. "Jetzt steht die Mittagsbetreuung schon wieder zur Debatte. Das verstehe ich nicht", sagt Kneuer.

Die Verunsicherung unter den Eltern sei mittlerweile groß. Es entstünde eine ungute Stimmung, wenn Mittagsbetreuung gegen Ganztagsbetreuung und Ganztagsklassen gegen Regelklassen ausgespielt würden. Kneuer würde sich daher wünschen, dass endlich einmal längerfristig geplant würde.

Aus Sicht der Elternsprecherin wäre es vernünftiger, mit einer ersten Ganztagsklasse zu starten. Dann müssten die Klassenverbände nicht nach zwei Jahren wieder aufgelöst werden. "Das belastet die Kinder, die ohnehin schon Stress in der Schule haben", sagt Kneuer.

Zudem sollten zuerst Räume für die Ganztagsklassen geschaffen werden, bevor diese gestartet würden. "Es bringt doch nichts, wenn wir eine architektonisch schöne, ja sogar preisgekrönte Schule haben, aber dafür keinen Platz", sagt Kneuer.

Es sei ja nicht nur das Problem, dass Mittagsbetreuung und Ganztagsklassen sich im Weg umgingen. Die dringend benötigte Turnhalle wird zwar seit Jahren geplant - geben aber tut es sie auch noch nicht.