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Grünes Dachau:Mehr Grün für weniger Geld

Mit Hilfe des Freistaats will die Stadt Dachau Bäume pflanzen

Die Stadt Dachau soll grüner werden. Das war der Wunsch, den die Stadtratsfraktionen von SPD und Bündnis jeweils per Antrag kundtaten. Nun hat sich auch die städtische Verwaltung geäußert und kam zu dem Schluss: Die Stadt ist zwar bereits "gut mit Bäumen versorgt", doch in einigen bisher nur spärlich begrünten Straßen gibt es durchaus noch Potenzial. Mit finanzieller Unterstützung durch das Bayerische Städtebauförderprogramm "Flächenentsiegelung" will man insgesamt sogar Geld sparen.

Stefan Tischer, Leiter der Abteilung Stadtgrün und Umwelt, hatte ganze Arbeit geleistet: Er lieferte dem Umwelt- und Verkehrsausschuss eine Liste mit 28 Straßen im Stadtgebiet, die grundsätzlich mit Bäumen bepflanzt werden könnten. Bei elf davon ist das vom jetzigen Stand aus unproblematisch möglich. Geachtet wurde dabei nicht nur auf die nötige Straßenbreite - insgesamt mindestens sechs Meter für Fahrbahn und Baum - sondern auch auf vorhandene Leitungen und erhöhte oder starke bioklimatische Belastung. In Frage kommen so vor allem Straßen in Dachau-Ost und Dachau-Süd, wie beispielsweise die Danziger Straße oder die Anton-Hackl-Straße. In Parks oder Grünanlagen sieht Tischer hingegen keinen zusätzlichen Bedarf für Bäume. Vielmehr sei es dort so, dass oft sogar größere freie Rasen- und Wiesenbereiche fehlten, die nicht für die interaktive Nutzung wichtig sind, sondern als sonnige Stellen auch für heimische Blumen, die wiederum Nahrungsangebot für Insekten sind.

Auch sogenannten Baumpatenschaften sollen künftig möglich sein und zwar in Form von Spenden. Diese sollen ab Beträgen von 50 Euro möglich sein, ab 100 Euro gibt es eine Urkunde und ab 500 Euro kann auch ein Schild mit persönlicher Widmung am Patenbaum angebracht werden. Über Standort und Baumart sollen die Paten jedoch nicht entscheiden können, sondern nur aus Vorschlägen der Stadtgrün-Mitarbeiter auswählen.

Viel entscheidender für die Finanzierung der neuen Bäume ist allerdings ein Förderprogramm des Freistaats. Insgesamt eine halbe Million Euro Gesamtfördersumme hat die Stadt im Rahmen des Programms "Flächenentsiegelung" bis 2024 beantragt, die Zustimmung der Regierung liegt bereits vor. Die Crux dabei: Eigentlich sind im städtischen Haushalt nur je 100 000 Euro jährlich für Sanierungsmaßnahmen von bestehenden Baumquartieren vorgesehen. Um jährlich etwa zehn neue Baumstandorte zu schaffen, wären weitere 60 000 Euro nötig. Doch Tischer rechnete vor: Wenn der Freistaat durch die Förderung 60 Prozent der Gesamtsumme von 160 000 Euro jährlich übernimmt, muss die Stadt nur 64 000 Euro pro Jahr bezahlen und spart damit sogar. Dennoch war vor allem die CSU-Fraktion wenig begeistert von dem Vorschlag, da auf dem Papier zunächst trotzdem Mehrausgaben stünden. Letztlich stimmte eine Mehrheit im Umwelt- und Verkehrsausschuss den beiden Anträgen von SPD und Bündnis sowie der Beschlussvorlage aber zu.

© SZ vom 21.04.2021 / JUPU
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