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Geschwindigkeitsbegrenzung:Platz-Probleme

Karlsfelder Bauausschuss lehnt eine Fußgängerzone "An der Wögerwiese" ab. Bürgermeister kündigt Verkehrskontrollen an

Die Straße "An der Wögerwiese" in Karlsfelds neuer Mitte bleibt, wie sie ist: Ein Antrag der SPD-Fraktion im Gemeinderat, dort zwischen den Geschäften und dem Bruno-Danzer-Platz einen verkehrsberuhigten Bereich oder sogar eine Fußgängerzone einzurichten, wurde im Bauausschuss mit großer Mehrheit abgeschmettert. Dabei war eine ziemliche Unzufriedenheit mit der aktuellen Verkehrssituation in Redebeiträgen aus allen Fraktionen zu spüren.

Günther Rustler vom Ordnungsamt der Gemeinde erläuterte zunächst die aktuelle Rechtslage für die Verbindung zwischen Gartenstraße und Pfarrer-Mühlhauser-Straße, die später einmal bis zur Krenmoosstraße weitergeführt werden soll. Auf dem etwa hundert Meter langen Straßenstück gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zehn Stundenkilometern. Ein solches Tempolimit sei laut Straßenverkehrsordnung eigentlich nicht erlaubt, hier aber ausnahmsweise gestattet, weil es sich um ein kurzes, gerades Stück ohne Seitenstraßen handelt, erklärte Rustler. Auf ganzer Länge gelte zudem ein Halteverbot, außer auf einigen extra ausgewiesenen Parkplätzen.

Ein verkehrsberuhigter Bereich, allgemein Spielstraße genannt, sei nur erlaubt bei geringem Verkehrsaufkommen. "An der Wögerwiese" habe man jedoch samstags 80 bis 100 Autos pro Stunde gezählt, schließlich sei die Straße für die Bürger aus dem nordöstlichen Gemeindegebiet die Hauptzufahrt zur Tiefgarage, deren Einfahrt an der Pfarrer-Mühlhauser-Straße liegt. Zudem, so betonte Rustler, lasse der Zustand weder auf eine "Aufenthaltsfunktion" noch auf spielende Kinder schließen. Für die Einrichtung einer Fußgängerzone müssten die Zufahrten mit Pollern oder Schranken gesperrt werden. Eine spätere Verlängerung zur Krenmoosstraße wäre unmöglich, sagte er, und die Bürger aus dem Nordosten der Gemeinde müssten einen großen Umweg über Garten-, Münchner und Pfarrer-Mühlhaus-Straße machen. Nach Ansicht der Verwaltung seien beide Alternativen abzulehnen, betonte Rustler.

Venera Sansone (SPD) rückte zwar von einer Fußgängerzone ab, hielt aber an der Forderung nach einer Spielstraße fest. Denn wider Erwarten seien in die neue Mitte viele Familien mit Kindern gezogen. Außerdem sei "An der Wögerwiese" als eine Art "Shared Space" geplant worden, ein Raum, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. "Doch die Autofahrer fahren zu schnell und einfach durch, ohne auf Fußgänger zu achten", berichtete sie. Auch gebe es Klagen von Anwohnern, dass Lieferungen über diese Straße erfolgten, anstatt über den Lieferbereich an der Rückseite der Ladenzeile.

Verkehrsreferent Johann Willibald (CSU) kündigte an, dass seine Fraktion für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, den SPD-Antrag abzulehnen, stimmen werde. Peter Neumann (Bündnis) konnte sich Blumenkübel vorstellen, um das Tempo der Autofahrer abzubremsen. Bisher würden Autofahrer oft durch ordnungswidrige Falschparker aufgehalten. Seine Fraktionsvorsitzende Mechthild Hofner erklärte zwar: "Ich würde alles begrüßen, was zur Aufwertung des Platzes rechtlich möglich ist." Am Ende stimmte sie aber für den Status Quo. Wie auch Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU), der sich über die Falschparker maßlos ärgerte und drastisch formulierte: "Die Leute scheißen sich nichts um die Straßenverkehrsordnung." Er kündigte tägliche Kontrollen an, denn Verhaltensänderungen seien nur erwarten, "wenn wir sie zahlen lassen". Als auch noch Birgit Piroué (Bündnis) eine Spielstraße an dieser Stelle für zu gefährlich hielt, blieben die beiden anwesenden SPD-Gemeinderäte mit ihrer Zustimmung zu einer Umwidmung zu einem verkehrsberuhigten Bereich allein.