Gericht Raffinierter Sozialbetrug

Ein 35-Jähriger aus dem Landkreis Dachau ist wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 29 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Die Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Landshut hatten ans Licht gebracht, dass der Verurteilte mit seiner im Baubereich tätigen Firma über einen Zeitraum von fast vier Jahren Sozialversicherungsbeiträge von mehr als 180 000 Euro vorenthielt.

Der Verurteilte gab zu, von anderen Firmen Rechnungen über Bautätigkeiten käuflich erworben zu haben. Leistungen lagen nicht zugrunde. Diese Tour hatte allein den Zweck, seine eigenen, angemeldeten Arbeitnehmer weitaus mehr Stunden, als in der Buchführung dargestellt, arbeiten zu lassen. "Bei dieser Vorgehensweise fließt zwar kein Schwarzgeld, aber die geleisteten Arbeitsstunden sind tatsächlich viel höher als bei der Sozialversicherung gemeldet", so Elvira Enders-Beetschen, Pressesprecherin des Hauptzollamts Landshut. Das Amtsgericht Dachau setzte die hohe Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung aus. Das Gericht begründete dies mit der Erwartung, dass der 35-jährige Mann sich alleine die Verurteilung zur Warnung nehmen wird und seine wirtschaftlichen wie sozialen Verhältnisse geordnet sind. Das Urteil ist rechtskräftig.