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Gemeindefinanzen:Karlsfeld macht weniger Schulden

Kämmerer Alfred Giesinger erfreut mit seinem Etatbericht für 2017 die Karlsfelder Gemeinderäte.

(Foto: Toni Heigl)

Einnahmen aus Grunderwerbs- und Einkommenssteuer höher als erwartet, auch die Gewerbesteuer fließt wieder

Die Karlsfelder Gemeinderäte sind erleichtert: Das Jahr 2017 war in finanzieller Hinsicht besser als erwartet. Statt fünf Millionen Euro mussten nur 728 000 Euro aus den Rücklagen der Gemeinde entnommen werden. Die eisernen Reserven von Karlsfeld sind damit, anders als noch zu Beginn des Jahres prognostiziert, nicht aufgebraucht. 4,7 Millionen Euro konnte Kämmerer Alfred Giesinger ins Jahr 2018 hinüberretten. Das ist in Anbetracht der großen Investitionen der Gemeinde zwar ein relativ geringer Betrag, aber er bedeutet: Karlsfeld muss weniger Schulden machen.

Einer der Hauptgründe für die positive Wendung ist, dass die Grundstückspreise deutlich gestiegen sind. Damit kann die Gemeinde mehr Grunderwerbssteuer verlangen. Außerdem ist die Einkommenssteuer um mehr als 750 000 Euro höher als erwartet ausgefallen - insgesamt fast eine Million Euro Mehreinnahmen. Gleichzeitig waren die Ausgaben geringer als vermutet. Vor allem bei den Personalkosten konnten etwa 800 000 Euro eingespart werden. Karlsfeld konnte nämlich nicht alle Stellen besetzen. Besonders in der Kinderbetreuung ist es schwierig, Erzieher zu bekommen und so mussten Kindergärten, Krippen und Horte mit weniger Personal auskommen. Bei der Ausstattung der Verwaltung gelang es, ebenfalls fast eine Million Euro zu sparen. Weniger positiv ist jedoch, dass die Gewerbesteuereinnahmen 2017 geringer ausfielen. Der Kämmerer rechnete mit 7,8 Millionen Euro, am Ende kassierte er aber nur 7,2 Millionen. Und für die Verzinsung der Gewerbesteuer musste Karlsfeld sogar 2,2 Millionen Euro draufzahlen.

Für 2018 sieht die Sache jedoch wieder besser aus: Schon jetzt hat die Gemeinde 7,7 Millionen Gewerbesteuer eingenommen, 300 000 Euro mehr als veranschlagt. Und ein Jahresquartal steht noch aus. Auch die Ausstattung der Verwaltung ist voraussichtlich günstiger als gedacht: Von 8,3 Millionen sind noch drei übrig. Aufgrund des weiter sehr angespannten Marktes muss Karlsfeld heuer wieder mit weniger Personal auskommen. Das wird sich in den Finanzen positiv bemerkbar machen.

Giesinger hatte Anfang des Jahres damit gerechnet, dass die Gemeinde einen Kredit von 15 Millionen Euro brauchen wird. Hauptinvestition ist der Bau der Grundschule, die allein mehr als sechs Millionen Euro verschlingen wird. Doch nun korrigiert der Kämmerer bereits herunter. "Wir werden uns wahrscheinlich nur um zehn oder elf Millionen Euro verschulden müssen", sagte er. Doch der Blick in die Zukunft ist trotz aller Einsparungen nicht uneingeschränkt positiv: "Wir haben schon jetzt über 60 Prozent höhere Ausgaben bei einigen Gewerken", erinnerte Holger Linde (CSU). "Jedes Jahr wird eine Baupreissteigerung mit sich bringen." Insoweit sieht er "dunkle Wolken" am Horizont. Man habe schon eine Ausschreibung wiederholen müssen, weil die Preise deutlich über dem Ansatz lagen, erzählte er im Gemeinderat. "Irgendwann werden wir die veranschlagte Summe für die Grundschule nicht mehr halten können. Ohne die Großprojekte hätten wir einen soliden Haushalt, aber Kinderbetreuung und Schulen reißen uns rein."