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Gedenken:Pastor im Widerstand 

Diskussion über Hochhuths 'Stellvertreter' in Berlin

Heinrich Grüber im Jahr 1963.

(Foto: dpa)

Kirchenrat Björn Mensing erinnert in Gottesdienst an Heinrich Grüber

Seit mindestens 1700 Jahren leben Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschland - nachweislich seit dem 11. Dezember 321, als ein Edikt Kaiser Konstantins die Berufung von Juden in Ämter der Stadtverwaltung von Köln gestattete. Dieser erste urkundliche Beleg für die Existenz einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden steht am Anfang einer wechselvollen Geschichte. Das Jubiläum der Ersterwähnung jüdischen Lebens hierzulande ist Anlass für ein bundesweites Festjahr mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, von medialen und digitalen Angeboten. Die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau beteiligt sich gemeinsam mit jüdischen Partnern an diesem Programm. Schon in der Andacht zum internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar erinnerte die Versöhnungskirche an die dunkelste Epoche der jüdischen Geschichte in Deutschland. Die Schicksale von Miriam Rosenthal und Julius Kohn, beide verbunden mit den Leidensorten Auschwitz und Dachau, standen im Zentrum des Gedenkens. Die Andacht wurde in der geschlossenen Gedenkstätte aufgezeichnet und inzwischen von mehr als 220 Menschen gesehen.

Da die KZ-Gedenkstätte Dachau wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen und damit die Versöhnungskirche nicht erreichbar ist, erinnerte Kirchenrat Björn Mensing von der Versöhnungskirche am vergangenen Sonntag im öffentlichen Gottesdienst der Gnadenkirche an Heinrich Grüber. 35 Gäste konnten teilnehmen, unter ihnen eine Enkeltochter von Heinrich Grüber. Der Pfarrer gehörte zu den wenigen deutschen Protestanten, die Rettungswiderstand leisteten und von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechte unten den Völker" geehrt wurden.

© SZ vom 13.02.2021 / SZ
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