Fußball in Dachau:Bejubelter Zweiter

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Fußball in Dachau: Die Spieler des ASV Dachau bejubeln ihren Turniersieg.

Die Spieler des ASV Dachau bejubeln ihren Turniersieg.

(Foto: joergensen.com)

Die junge Mannschaft des SV Günding spielt sich bei den Dachauer Hallenmasters in die Herzen der Zuschauer. Im Finale unterliegen die Schönspieler dennoch dem ASV Dachau, der schon im Halbfinale den Favoriten 1865 Dachau geschlagen hatte.

Von Benjamin Emonts

20 Sekunden stehen noch auf der Anzeigetafel, da erheben sich die Gündinger Fans und skandieren: "Super Günding, super Günding!" Die Anhänger feiern ihre Mannschaft, obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits 0:3 steht und klar ist, dass die tapfer kämpfenden Gündinger das Finale um die 14. Dachauer Hallenmeisterschaften klar verloren haben.

Die junge Mannschaft von Spielertrainer Bernhard Ahammer zeigte über das gesamte Turnier begeisternden Hallenfußball. Auf der voll besetzten Tribüne war man sich einig: Die Gündinger, diese junge, frisch aufspielende Mannschaft, hätten den Turniersieg mehr als verdient. Doch wie es im Fußball so ist, gewinnt nicht immer das Team, das die Schönheit des Spiels erfunden hat.

Der Bezirksligist ASV Dachau, der bis zum Halbfinale eher enttäuscht hatte, war im Endspiel eine Nummer zu groß für den eine Klasse tiefer spielenden Kreisligisten SV Günding: Die Kicker vom Stadtwald nutzten eiskalt ihre Chancen, waren körperlich robust und präsentierten sich cleverer als ihre Gegner. Trotz kurzzeitiger Unterzahl ließen die Dachauer kaum eine Torchance im Endspiel zu und erzielten ihrerseits durch Benjamin Hofmann, Maximilian Bergner und Alexander Fellner drei sauber herausgespielte Tore.

Die Gündinger hingegen wirkten im Endspiel überraschend gehemmt, weniger spielfreudig und risikobereit als sonst. In den Partien zuvor hatte der Kreisligazweite - angetrieben von seinen zahlreichen Fans - die Gegner noch regelrecht abschlachtet. Die in der Halle sonst so starken Karlsfelder bekamen in den beiden Viertelfinalspielen jeweils fünf Tore eingeschenkt, ebenso der im Halbfinale hoffnungslos unterlegene Kreisligaerste Kammerberg, der sich mit 1:5 geschlagen geben musste.

Besonders Christoph Krüger und Sturmkollege Daniel Sklenarz waren in den meisten Fällen zu flink, zu wendig für ihre Gegenspieler. Die blutjunge Mannschaft des SV Günding war kombinationssicher, technisch stark und strotzte vor Spielfreude. Sie war bis in die Haarspitzen motiviert und stand hinten sicher.

Im Finale gegen den gastgebenden ASV Dachau galt die Mannschaft beim Großteil der 400 Zuschauer in der Georg-Scherer-Halle deshalb als Favorit. Dass aber auch mit dem ASV Dachau zu rechnen war, zeigte sich schon im emotionsgeladenen Halbfinale gegen den hochklassigsten Verein des Turniers: 1865 Dachau.

Der Landesligist um Trainer Marcel Richter ließ in der Vorrunde und in den Qualifikationsspielen kaum Gegentore zu und wurde seiner Rolle als Turnierfavorit somit gerecht. Am entscheidenden Finaltag aber taten sich die 65er dann erstaunlich schwer: Die beiden Viertelfinalspiele gegen die Oldies der Spielgemeinschaft SV Günding/ASV Dachau endeten denkbar knapp mit jeweils 2:0.

Im mit Spannung erwarteten Halbfinale gegen den Lokalrivalen ASV Dachau, das den Charakter eines vorgezogenen Endspiels hatte, war dann überraschenderweise Endstation für 1865: Trotz leichter Feldüberlegenheit und einem Plus an Torchancen verlor das Team von Trainer Marcel Richter mit 1:2. Dabei erzielte ausgerechnet Stefan Vötter, der sich beim Anhang von 1865 durch einige Nickligkeiten unbeliebt gemacht hatte, die Führung des ASV. In der Folge drückte 1865 auf den Ausgleich und wurde durch einen strammen Linksschuss von Christian Lippert, der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, denn auch belohnt. Für den lange ersehnten Turniersieg - 1865 gewann das Hallenmasters zuletzt 2007 - reichte der Ausgleich aber nicht.

Auch weil Wilson Onyemaeke Sekunden vor dem Ende die hundertprozentige Chance ausließ, die erneute Führung des ASV durch Basti Walz zu egalisieren und sein Team ins Neunmeterschießen zu retten. Spieler und Verantwortliche von 1865 waren nach der denkbar knappen Derby-Niederlage restlos bedient. Sie fühlten sich vom in der Tat etwas überfordert wirkenden Schiedsrichter verpfiffen, weil der in ihren Augen zunächst ein Tor verhinderte, weil er die Vorteilregelung missachtete, und anschließend einen Wechselfehler des ASV Dachau nicht bemerkt hatte.

Unverdient war der dritte Turniersieg des ASV dennoch nicht: Das Team zeigte im Endspiel eine starke Leistung und konnte sich am Finaltag am meisten steigern.

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