Cannabis:Politikerinnen loben Liberalisierung

Legaler Konsum: Cannabispflanzen stehen in einem Aufzuchtzelt unter künstlicher Beleuchtung in einem Privatraum. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Die Bundestagsabgeordneten Beate Walter-Rosenheimer und Carmen Wegge halten das Cannabisgesetz für einen Fortschritt in der Drogenpolitik.

Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer sieht das Cannabisgesetz als Stärkung des Jugendschutzes. Die kontrollierte Abgabe ausschließlich an Erwachsene durch Anbauvereinigungen ermögliche es, den Jugendschutz effektiv durchzusetzen, sagt die Politikerin aus dem Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau. Nach dem Beschluss des Bundestags stehe die Abgabe von Cannabis an Jugendliche unter Strafe.

Die Liberalisierung des Cannabiskonsums ist für Walter-Rosenheimer auch von Vorteil für den Gesundheitsschutz der Konsumenten. Legal verkauftes Cannabis werde kontrolliert und enthalte keine schädlichen Strecksubstanzen, schreibt sie in einer Pressemeldung. Die Abgabe durch lizenzierte Anbauvereinigungen helfe, den Schwarzmarkt effektiv zu bekämpfen.

Die Abgeordnete lobt das Cannabisgesetz als einen entscheidenden Fortschritt für eine humane und moderne Drogenpolitik. Damit löse die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP ein wichtiges Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein. Die Grünen hätten schon lange für eine humane Drogenpolitik und mehr Gesundheitsschutz gekämpft, sagt Walter-Rosenheimer, "denn die Verbotspolitik ist gescheitert".

Das sieht auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge so. Die Starnberger Abgeordnete betont, dass die Kriminalisierung von Cannabis-Konsumenten nun ebenso ein Ende habe wie der Schwarzmarkt, auf dem Cannabis mit gesundheitsschädlichen Stoffen angeboten werde. Nach 18 Monaten soll geprüft werden, ob das Gesetz Jugendliche so schützt, wie es beabsichtigt ist.

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