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Forstwirtschaft:Bäumchen wechsel dich

Gutachten empfiehlt Umbau von Fichten auf Mischwald

Im März und April dieses Jahres sind im Landkreis Dachau an 236 Waldpunkten Daten für das "Forstliche Gutachten zur Waldverjüngung" erhoben worden. Die Förster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten haben laut einer Pressemitteilung 15 265 junge Bäumchen auf Verbiss- und Fegeschäden durch Rehwild untersucht. Die Ergebnisse zeigen einerseits langfristige Erfolge: Der Verbiss der Hauptbaumart Fichte durch Wildtiere liegt mit Ausnahme der Hegegemeinschaft Dachau (13 Prozent) auf einem akzeptablen Niveau von zwei bis acht Prozent. Dementsprechend verjüngt sich die häufigste Baumart im Landkreis in vielen Gebieten ohne Probleme und oft auch aus Naturverjüngung. Andererseits sind die für stabile Mischwälder wichtigen Laubbäume stark gefährdet. Mit einem Verbiss von aktuell 18 bis 48 Prozent liegt der Schnitt dabei höher als beim Gutachten von 2015. Die deutliche Verbesserung von vor zehn Jahren stagniert derzeit folglich. Auch bei den für Freiflächen interessanten Alternativen zur Fichte, den Edellaubbäumen Ahorn, Linde, Esche und Kirsche sowie der Eiche, ist der Anteil verbissener Jungpflanzen zu hoch. Obwohl sie eine ideale Baumart zur Fichte darstellt, fehlt auch die Buche in einigen Teilen des Landkreises weitgehend, und wird wieder stärker verbissen.

Ein Eingriff in das Waldleben ist im Landkreis damit unverzichtbar und sollte aufgrund des sich abzeichnenden Klimawandels schnell erfolgen, stellen die Förster fest. Die Ausgangslage mit verbreitet relativ guten Waldböden, aber einem extrem hohen Anteil an durch Borkenkäfer, Sturm und Schnee gefährdeten reinen Fichtenbeständen, empfiehlt einen Umbau in Mischwälder mit mehr Laubbäumen. Auch den Rehen gut schmeckende und tief wurzelnde Tannen und Eichen müssen wieder verstärkt angepflanzt werden. Dies gelingt derzeit aber noch fast ausschließlich hinter Zäunen. Drei der sieben Hegegemeinschaften des Landkreises empfehlen außerdem die Rehwildbejagung zugunsten der Waldverjüngung zu verstärken.