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Flucht aus Pakistan:"In Deutschland bin ich nichts"

Asylbewerber

Nach der langen Flucht ist Zeeshan Haider enttäuscht, dass er nun monatelang tatenlos in überfüllten Hallen ausharren muss.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Früher, in Pakistan, war ich mal wer. Ich war Grafikdesigner. Hier in Deutschland bin ich nichts, null. Aber ich konnte nicht in meiner Heimat bleiben, weil ich in einen Konflikt hineingeraten bin. Ich habe mich einer lokalen politischen Partei angeschlossen. Es kam zu Problemen und Streit mit unseren Gegnern . . . mehr möchte ich darüber nicht erzählen - aber wenn ich in Pakistan geblieben wäre, hätten sie mich umgebracht. Also bin ich in die Türkei geflohen. Dort gab es hin und wieder Arbeit für mich, nichts Tolles, zum Überleben hat es gereicht. Bald musste ich jedoch feststellen, dass ich auch in der Türkei nicht vor meinen Verfolgern sicher war. Also zog ich weiter nach Deutschland. Der Weg hierher ist nicht mit Worten zu beschreiben. Es war die gefährlichste Zeit meines Lebens. Vor vier Monaten bin ich schließlich nach Karlsfeld gekommen.

Ich mag Deutschland, aber als ich hier angekommen bin, war ich total enttäuscht. Hier in der Halle lässt es sich kaum aushalten. Es leben so viele Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, nirgends kann man sich in Ruhe zurückziehen. Es ist langweilig. Ich möchte Deutsch lernen, aber keiner zeigt mir, wo ich zur Schule gehen kann. Es ist schwierig, Arbeit zu finden. Wir alle sitzen hier fest. Von dem bisschen Geld, das wir bekommen, kann ich mir nur schwer ein Ticket für die Bahn leisten. Am schlimmsten ist, dass ich meine Familie nicht kontaktieren kann. Ich habe kein Handy und habe schon so lange nicht mehr mit ihnen gesprochen.