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Weichs:Wünsche erfüllen an Weihnachten

Jessica Müller Facebook Gruppe Weichs Wünsche erfüllen
(Foto: privat)

Manche Eltern können es sich nicht leisten, ihre Kinder an Weihnachten zu beschenken. Jessica Müller hat eine Facebook-Gruppe gegründet, mit der sie Wünsche erfüllen will.

Interview von Lisa Brendel, Weichs

- Da es sich manche Eltern nicht leisten können, ihren Kindern zu Weihnachten etwas zu schenken, haben Jessica Müller aus Weichs und ihre Freundin Jennifer Graßer die Facebookgruppe "Engel erfüllen kleine Wünsche" gegründet. Deren Mitglieder wollen Kindern Wünsche erfüllen. Im Interview erklärt die 27-jährige Jessica Müller, wie sie auf die Idee kam und wie man mithelfen kann.

SZ: Warum haben Sie die Gruppe gegründet?

Jessica Müller: Wir wollen den Kindern zu Weihnachten einfach eine kleine Freude machen. "Die Kinderaugen zum Leuchten bringen" - das sag ich da immer gerne. Wir können es alle kaum erwarten, bis Weihnachten ist und wir unsere Kinder beschenken können. Die Beschenkten können den Engeln ein kleines Video oder Foto schicken, wo sie sehen können, wie sich die Kinder gefreut haben.

Wie sind Sie auf die Idee für die Facebookgruppe gekommen?

Ich hatte die Idee, weil ich finde, dass dieses Jahr die Kinder am meisten leiden müssen. Ihnen wird am meisten von der Freiheit, die sie eigentlich haben und alles, was ihnen Spaß macht, entzogen. Auch die Eltern haben oft finanzielle Einbußen, zum Beispiel durch Kurzarbeit. Ich wollte den Familien ermöglichen, dass man den Kindern zu Weihnachten einen kleinen Wunsch erfüllen kann. Deswegen habe ich gemeinsam mit einer Freundin, Jennifer Graßer, die Gruppe gegründet. So eine Aktion mache ich zum ersten Mal. Ich bin überglücklich damit, denn die Menschen sind echt dankbar. Bisher kommt die Gruppe sehr gut an. Wir haben sie vor zwei Wochen gegründet und haben mittlerweile schon um die 200 Mitglieder.

Wie kann man sich beteiligen?

Meine Freundin und ich sind die Administratorinnen der Gruppe. Wir überprüfen jeden, der in die Gruppe möchte, um Fake-Profile ausschließen zu können. Die Leute, die auf unsere Hilfe brauchen, stellen dann die selbstgeschriebenen Wunschzettel ihrer Kinder als Foto in die Gruppe ein. Zudem schreiben sie kurz ihre Geschichte dazu, welche Gründe sie haben, die Wünsche an die Gruppe weiterzugeben. Das kann zum Beispiel wegen Krankheit oder Kurzarbeit sein, es gibt ganz verschiedene Gründe. Die Mitglieder, die dann einen oder mehrere Wünsche übernehmen möchten, kommentieren darunter und stellen den Kontakt mit der jeweiligen Person her. Es reicht auch völlig aus, wenn Helfer schon Dinge zu Hause haben und verschenken möchten, zum Beispiel Kinderkleidung oder -Bettwäsche, solange es gut erhalten ist. Der Versand und alles weitere machen die Menschen untereinander aus, die teilweise auch überall in Deutschland verteilt sind. Wir überprüfen nur, ob da alles seine Richtigkeit hat, damit die Wünscheerfüller nicht vielleicht ausgenutzt werden. Die Kinder könne sich alles wünschen, man kann als Mitglied zum Beispiel auch Geld für eine Reitstunde oder ähnliches dazugeben. Ich sage selber auch immer zu meinen Kindern, dass sie sich alles wünschen können, auch immaterielle Dinge, ob der Wunsch dann erfüllt wird, ist wieder eine andere Sache. Wenn manche Leute anonym bleiben wollen, stellen dann einfach wir Admnis die Wunschzettel ein und leiten den Kontakt dann weiter.

Was will die Facebookgruppe noch erreichen? Gibt es die Aktion nur dieses Jahr wegen Corona oder bleibt sie fortbestehen?

Wir haben das zum Beispiel auch schon für nächstes Ostern geplant. Wir wollen da vielleicht eine Oster-Aktion machen, dieses Mal mit Osternestern statt Geschenken. Da sollen dann auch nur Kleinigkeiten, wie Süßigkeiten und ähnliches rein, worüber sich Kinder eben freuen. Wir haben auch schon eine Nikolausgruppe erstellt, in der man dann Nikolaussäckchen mit Nüssen und Schokolade spenden kann. Wir haben also auf jeden Fall vor, das von nun an jedes Jahr zu machen, da es eine gute Aktion ist und viele Leute gerne hilfsbereit sind.

© SZ vom 17.11.2020
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